Franziskaner-Minorit

Für nur ein halbes Jahr: Das ist der neue Pater in Werdohl

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Der deutsche Franziskaner-Pater Paul-Maria Klug im Esszimmer des Klosters, dem so genannten Refektorium. Der 69-Jährige Priester bleibt nur übergangsweise bis August in Werdohl bei den drei polnischen Franziskaner-Brüdern.

Werdohl – Sein Leben ist einem steten Wandel unterzogen, Halt und Kraft findet er bei seiner Familie und in den Bergen: Der 69-jährige Franziskaner-Minorit Paul-Maria Klug wird nur eine kurze Zeit in Werdohl bleiben.

In Kooperation mit dem Danziger Konvent der Minoriten, die bekanntlich seit Jahrzehnten pfarramtliche Aufgaben in St. Michael und St. Mariä Heimsuchung wahrnehmen, wurde Bruder Paul-Maria für eine Übergangszeit nach Werdohl geschickt. Für den gebürtigen Unterfranken aus der Nähe von Aschaffenburg ist das bereits die achte Versetzung in seinem Priester-Leben. Der neunte Umzug ist ihm auch schon bekannt: Im August wird er in das bei Gemünden am Main gelegene Kloster Schönau umziehen. Dort soll er wohl für längere Zeit bleiben. 

Paul Klug, so sein ziviler Name, spricht einen noch gut vernehmbaren „Meenzer“ Zungenschlag. Schon mit elf Jahren ließ er sich im Rahmen einer Gemeindemission für das Ordensinternat in Würzburg anwerben. Seine Heimatgemeinde hieß übrigens auch St. Michael. Nach Abitur und Studium wurde er 1976 zum Priester geweiht. Nach einer längeren Station in Oberbayern in Maria Eck ging es für ihn in die Pfalz, in die Nähe von Kaiserslautern. 1986 schickte ihn der Orden wieder nach Würzburg, danach durfte er zurück in die „geliebten ostbayrischen Alpen“. Seine Liebe zu Gott, zur Natur und zu den Bergen hat er im Spruchtext an einem Wegekreuz entdeckt: „Willst Du Gottes Größe sehen, musst Du in die Berge gehen. Willst Du Gottes Liebe sehen, bleib’ an diesem Kreuze stehen.“ 

15 Jahre im Chiemgau gelebt

15 Jahre in der Folge lebte Klug im Chiemgau, zuletzt als Schulseelsorger. Nach weiteren vier Jahren in Würzburg setzte ihn der Orden zuletzt nach Köln, wo er acht Jahre den Konvent als Guardian leitete und als Pfarrvikar in der Gemeinde St. Kolumba arbeitete. 

Klug mag das Einfache, das Schlichte, in den Bergen und der Gegenwart Gottes erlebe er die Größe der Schöpfung und des Schöpfers. Den Menschen ist er zugewandt, er will auch die erreichen, die am Rand stehen. In seiner Kölner Zeit bei der „Madonna in den Trümmern“ habe er viel Einsamkeit bei Menschen am Rande der Großstadt-Gesellschaft wahrgenommen. Sie zu erreichen, sei schwierig. Auch in dem halben Jahr in Werdohl will er Menschen kennenlernen. Der stete Wechsel habe etwas für sich: „Ich fange immer wieder von vorne an.“ Auch als bald 70-Jähriger müsse er sich immer wieder in Frage stellen. Den Kontakt mit Kindern und Jugendlichen ist ihm dabei sehr wichtig. Über die Kinder in die Familien zu wirken, das ist seine Vorstellung von Pastorat. 

In der Vorstellung für die Werdohler Gemeinde bleibt er dem Bild des Unterwegs-Seins treu: „Gerne möchte ich mit Jung und Alt ein paar Schritte auf unserem gemeinsamen Glaubensweg tun.“

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