Haftstrafen für Handel mit Drogen

Das Landgericht Hagen urteilte über Drogenhandel.

Werdohl - Mit dreieinhalb und zweieinhalb Jahren Haft sowie einer Bewährungsstrafe von zwei Jahren endete gestern vor dem Landgericht Hagen die strafrechtliche Aufarbeitung eines Drogengeschäftes, das ein Verbindungsmann der Polizei initiiert hatte. Drei Kilo Haschisch wurden nach dem Ankauf durch den V-Mann am 1. Oktober 2012 in Lüdenscheid-Hellersen sichergestellt.

Das dafür gezahlte Geld in Höhe von 2670 Euro wurde eingezogen und ging gestern endgültig zurück in die Staatskasse. Bei einer Durchsuchung der Wohnung eines 52-jährigen Werdohlers fand die Polizei weitere 20,5 Kilogramm Haschisch. Bis zum Urteil konnte das Gericht nicht feststellen, ob der Werdohler oder ein 42-jähriger Lüdenscheider die treibende Kraft bei den Drogengeschäften war. Für eine Verurteilung der Beiden reichte es nach Überzeugung des Gerichts aber aus, da die Männer gleichermaßen Zugriff auf die in Werdohl gelagerten Drogen hatten. Beide waren deshalb im Prinzip zur gleichen Haftstrafe zu verurteilen. Dennoch kassierte der Werdohler mit dreieinhalb Jahren die höchste Strafe. Das lag ausschließlich an seinen Vorstrafen, wie der Vorsitzende Richter Krause in seiner Urteilsbegründung deutlich machte. 1996 hatte der 52-Jährige eine Haftstrafe von zwei Jahren und vier Monaten wegen eines Verstoßes gegen das Betäubungsmittelgesetz kassiert, 2005 kam eine weitere Verurteilung zu einer Haftstrafe von drei Jahren und vier Monaten wegen Drogenhandels in 15 Fällen dazu. Das Strafmaß für den 42-jährigen Lüdenscheider betrug letztlich zweieinhalb Jahre.

„Drei Kilogramm sind kein Pappenstiel“, hob der Vorsitzende hervor und würdigte, wie alle professionellen Prozessbeteiligten, dass das Rauschgift durch die Beschlagnahme die Öffentlichkeit nicht hatte schädigen können. „Es war zwar eine große Menge im Spiel, aber es wurde auch eine große Menge sichergestellt.“ Beim dritten Angeklagten, einem 47-jährigen Lüdenscheider, verhängte das Gericht lediglich eine zweijährige Bewährungsstrafe. Der Vermittler des Geschäftes mit dem V-Mann habe „das Rauschgift nicht in der Hand gehabt“.

Mit dem Strafmaß blieb das Gericht in dem Rahmen, der von Anklage und Verteidigung zuvor aufgespannt worden war. Staatsanwalt Axel Nölle hatte für die beiden Hauptangeklagten jeweils sechs Monate mehr beantragt, die Verteidiger hatten das Strafmaß in ihren Plädoyers weitgehend vorweggenommen.

Von Thomas Krumm

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