„Haben sich alle gehauen“

WERDOHL ▪ Fliegende Gläser und Krücken bescherten einem 23-Jährigen einen ausgerenkten Daumen und eine verletzte Schulter und drei jungen Werdohlern Plätze auf der Anklagebank des Amtsgerichts Altena.

Dort musste sich das Trio gestern wegen gemeinschaftlicher Körperverletzung verantworten. Der Tag endete mit einem Freispruch und zwei siebenmonatigen Bewährungsstrafen. Laut Anklage hatten die Männer ihr Opfer am 21. August vergangenen Jahres während der Veranstaltung „Sorpe in Flammen” geschlagen und getreten, wobei sowohl Biergläser als auch Krücken zum Einsatz gekommen waren. Vor Gericht hüllten sich zwei der Werdohler, ein Brüderpaar, gestern in Schweigen. Der Dritte im Bunde erklärte, gar nicht vor Ort gewesen zu sein. Es folgten zahlreiche Zeugenaussagen, die zum Teil sehr verwirrend wirkten. Auch das Opfer meldete sich zu Wort und gab an, am Tattag von den Brüdern angesprochen worden zu sein. „Schon flog ein Glas. Und plötzlich standen etwa sechs bis acht Mann vor mir. Dann lag ich am Boden.” Von den Angeklagten erkannte er nur die Brüder. Bei dem Dritten war er sich nicht sicher.

Eine 17-jährige Plettenbergerin brachte es auf den Punkt: „Es war alles so ein Klumpen. Die haben sich eben alle gehauen.” Während die Staatsanwaltschaft die Täterschaft der Brüder als bewiesen ansah, forderten deren Verteidiger Freisprüche. Richter Dirk Reckschmidt schloss sich der Ansicht der Staatsanwaltschaft an und verurteilte die 20- und 21-Jährigen jeweils zu sieben Monaten Haft auf Bewährung und ordnete eine Zahlung von 750 Euro Schmerzensgeld pro Nase an. Den dritten Angeklagten sprach das Gericht frei.

Das Urteil ist noch nichts rechtskräftig. ▪ Jana Peuckert

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