Gute Chancen für Jugendtreff mitten in Pungelscheid

Das Ladenlokal im Erdgeschoss war nie ein geräuscharmer Ort. Der Drogeriemarkt Schlecker war viele Jahre dort untergebracht, es gab natürlich Kundenverkehr und Anlieferungsfahrzeuge.

Werdohl - Wohnungsgesellschaft und Jugendamt sind sich in Grundzügen und wohl schon in einigen Details einig: Im ehemaligen Schlecker-Ladenlokal soll der neue Jugend- und Kindertreff Pungelscheid eingerichtet werden. Entscheiden muss aber jetzt der Aufsichtsrat der Werdohler Wohnungsgesellschaft. Wenn er die Zustimmung gibt, wird alles ganz schnell gehen.

„Ich würde dem Aufsichtsrat sicher keinen Vorschlag machen, von dem ich glauben würde, dass er keine Chancen hätte“, beschreibt Woge-Geschäftsführer Ingo Wöste die hohe Wahrscheinlichkeit, dass das Gremium dem Mietvertrag mit der Stadt zustimmt. Unterschrieben sei noch nichts, so Wöste. In Vorgesprächen mit der Bürgermeisterin seien Verwaltung und Wohnungsgesellschaft so weit gekommen, dass beide Seiten das Projekt gemeinsam angehen wollen. Der Aufsichtsrat muss bei der Woge beteiligt werden, wenn es um größere Investitionen als die reine Instandhaltung geht. Im Fall des Ladenlokals am Pungelscheider Weg handelt es sich um eine Umnutzung, außerdem muss über die Vermietungsmodalitäten gesprochen werden.

Mieter der Wohnungsgesellschaft sind skeptisch, dass der geplante Treffpunkt für Kinder und Jugendliche direkt in einem Mehrfamilienwohnhaus liegt. Genau über dem Ladenlokal wohnt zum Beispiel eine Schichtarbeiterin.

Die Wohnungsgesellschaft habe sämtliche Anregungen der Mieter und anderer Anwohner aufgenommen, alles soll baulich umgesetzt werden. Ganz wichtig ist der Einbau von Schallschutzdecken. Die Gebäudegeräusche, die durch Herumlaufen auf dem Fußboden entstehen, sollen nach oben hin gedämmt werden. Eine kleine Treppenanlage außen soll weggenommen werden. Innerhalb des Ladenlokals soll ein eigener Raum für die Hausaufgabenbetreuung eingerichtet werden.

Die Wohnungsgesellschaft wolle sich natürlich nicht gegen ihre eigenen Mieter stellen, so Wöste: „Nach den konstruktiven Gesprächen mit den Mietern habe ich – ebenso wie die Bürgermeisterin – den Eindruck, dass wir es wagen können.“ Als Geschäftsführer glaube er an die Machbarkeit und das Konzept, auch wenn „gemischte Gefühle“ bei ihm blieben. Bei den Mietern und Nachbar hat Wöste eine „angespannte Ruhe mit leichter Zustimmung“ ausgemacht.

Der Aufwand der Wohnungsgesellschaft für Umbau und Herrichtung ist natürlich nicht umsonst, diese Kosten werden in den vermutlich auf fünf Jahre angelegten Mietvertrag eingerechnet. Der Aufsichtsrat muss auch entscheiden, ob die zukünftige Miete im Einklang mit den Aufwendungen der Woge steht. Wöste: „Unsere Gesellschaft verdient Geld mit Vermietung, nicht mit Leerstand.“ Offensichtlich war es bislang auch nicht gelungen, einen anderen Mieter für das Ladenlokal zu finden.

„Wenn wir grünes Licht vom Aufsichtsrat haben, geht alles ganz schnell“, ist Wöste zuversichtlich. Der Umbau könne gleich im Frühjahr beginnen.

Von Volker Heyn

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