Das gute alte Dosentelefon funktioniert noch

+
Bei der Station „Roboter“ wurden die Kinder von ihren Eltern per Stimme „ferngesteuert“. Es gab aber auch Maschinen und Roboter aus dem Haushaltsbereich zu sehen, also Mixer, Bügeleisen und Telefone.

Werdohl - Auch im Zeitalter von Smartphones und Tablets hat das gute alte Dosentelefon noch seine Berechtigung. Die Kinder vom städtischen Kindergarten wissen jedenfalls seit Mittwoch, dass und vor allem wie dieses Kommunikationsmittel funktionieren. Beim „Tag der kleinen Forscher“ gab es auch für die Eltern noch etwas zu lernen.

Die städtische Kindertageseinrichtung Wunderkiste beschäftigt sich unter dem Oberbegriff „Haus der kleinen Forscher“ seit mehr als fünf Jahren mit der Idee, schon die Kleinsten mit technischen Dingen vertraut zu machen. Hinter dem bundesweiten Konzept der „kleinen Forscher“ steckt die Idee, ganz früh das Interesse von Kindern für technische Berufe zu wecken. In Zeiten des akuten Facharbeitermangels wird diese Idee immer bedeutsamer für den zumeist technisch ausgeprägten Mittelstand. Aus dem „Haus der kleinen Forscher“ ist mittlerweile eine deutschlandweite Stiftung geworden, teilnehmende Kindergärten müssen sich qualifizieren und alle zwei Jahre neu zertifizieren lassen. Die Kita Wunderkiste ist seit 2011 dabei, als Partner der Industrie ist seitdem die VDM dabei.

Als erste Kindertageseinrichtung in Werdohl erhielt die Ütterlingser Wunderkiste diese Auszeichnung im Mai 2011. „Die Kita wird ausgezeichnet aufgrund ihres Engagements bei der Förderung frühkindlicher Bildung in den Bereichen Naturwissenschaften und Technik“, erklärte damals Jutta Groß, Leiterin der Netzwerkstelle. Der Kreis der Jungen Unternehmer Iserlohn (KJU) fungierte in diesem Projekt als lokales Netzwerk. Die Wunderkiste war die 64. Kita im Kreis, die diese Auszeichnung bekam.

Mittwoch war zum „Tag der kleinen Forscher“ ausgerufen worden, die Kinder und ihre Eltern waren in den Kindergarten in Ütterlingsen zum Experimentieren eingeladen. Kita-Leiterin Sandra Koch und ihr Team freuten sich besonders über die tolle Beteiligung der Eltern an diesem Tag: „Mit unseren 68 Kindern sind 45 Eltern gekommen, das ist ein enorm gutes Ergebnis.“

Einerseits zeigten die Eltern natürlich Interesse am Erleben ihrer Kinder, auf der anderen Seite war der Tag wohl auch so sehr attraktiv, weil es für die Erwachsenen etwas zu lernen gab. An vier verschiedenen Stationen im Kindergarten konnten Kinder und Eltern etwas über „Vielfalt der Kommunikation“ lernen, ihre Ergebnisse wurden auf Laufkarten festgehalten und am Ende gab es für jedes Kind ein Forscherdiplom.

An einer Station ging es um Schallwellen, hier konnten die Kinder ihre Stimmbänder fühlen, Klangschalen spüren, an die Box der Stereoanlage die Hand anlegen, etwas über den Donner lernen und in einer Wasserschüssel die Wellen sehen und fühlen. Um „moderne Kommunikation“ ging es an der Station, bei der Kinder sich Sticker mit bekannten Firmenlogos basteln konnten.

Schwer experimentell ging es bei der Station „moderne Kommunikationsmittel“ zu, wo Funkwellen erklärt wurden. Handys und Schnurlostelefone wurden in Blechdosen und Alufolie und Frischhaltefolie eingewickelt und dann ausprobiert, ob sie sich noch anrufen ließen. Bei derselben Station kamen bei den „alten Kommunikationsmitteln“ das Bechertelefon und die Flüstertüte zum Einsatz. Aufregend war die Station „Roboter“: Hier durften die Kinder, nur von ihren Eltern per Anweisung geleitet, mit Roboterhelmen durch den Raum marschieren und kleinere Aufgaben erledigen.

Von Volker Heyn

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das Login-Formular anmelden.
Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare