Gummiboot: Soldaten üben auf der Lenne

Nach etwas mehr als sieben Stunden war die Bundeswehrgruppe mit ihren Schlauchbooten an der Schlachtbrücke angekommen.

WERDOHL ▪ Eigentlich sind die Soldaten von der Einsatzführungskompanie 21 bei der Luftwaffe. Doch nachdem die Bundeswehr bei den Hochwassern an der Oder und Elbe bereits dem Gemeinwohl dienende Einsätze absolviert hat, gingen am Dienstag nun auch 16 Soldaten und zwei Soldatinnen aus Erndtebrück aufs Wasser. In Lenhausen bei Finnentrop starteten sie morgens um 7.15 Uhr.

Um 14 Uhr wollten sie eigentlich in Werdohl beim Wehr neben dem Restaurant Vier Jahreszeiten ankommen. „Doch die Lenne hat nicht überall genug Wasser“, erklärte Oberfeldwebel Holger Schlotmann. Der Projekt-Unteroffizier für diesen Tag musste selbst nicht paddeln, er leitete die Übung. „Und der Fluss hat viele Wirbel. Da wird das Wasserfahrzeug schon einmal ungewollt gedreht.“

Auf einem fließenden Gewässer zu fahren, Druckverbände anzulegen (teils auch bei Verletzten mit Gegenständen, die im Körper stecken) sowie das Retten und Bergen (von Toten) wurde an diesem Tag geübt. „Wir wollen damit unser Fähigkeitsfeld erweitern“, erläuterte Schlotmann. Da sei es durchaus auch gewollt, dass der Tag kräftezehrend war, „damit man abends weiß, was man getan hat, und damit die Belastbarkeit trainiert wird.“

Wehrdienstleistende, Berufs- und Zeitsoldaten mischten sich bei der Übung in Werdohl, bei der es darum ging, einen Verletzten an Land zu versorgen und dann ins Boot zu tragen, mit dem er ins Krankenhaus gebracht werden konnte. Im Ernstfall könnte die Bundeswehr so nach Werdohl kommen, wenn die Lennestadt über den Luftweg oder über Straßen nicht mehr zu erreichen sei.

Dafür sei aber eine Zusammenarbeit mit Hilfsorganisationen notwendig. So kamen die drei Boote für die Übung am Dienstag auch vom Technischen Hilfswerk. Eines davon wog alleine 210 Kilogramm. Am Ende des Tages stellte Schlotmann fest: „Jetzt fühle ich mich bestärkt, im Ernstfall das Richtige zu tun.“

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das Login-Formular anmelden.
Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare