Günstigeres Geld für Vossloh

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Werdohler Unternehmen platziert Schuldscheindarlehen über 250 Millionen Euro

Werdohl - Die Vossloh AG besorgt sich durch ein Schuldscheindarlehen 250 Millionen Euro günstigeres Geld. Damit will der Werdohler Bahntechnik-Konzern seine finanzielle Basis optimieren, um weiter wachsen zu können.

Ein Schuldscheindarlehen ist ein langfristiger Großkredit, der von Unternehmen bester Bonität zur Finanzierung aufgenommen wird. 

Geldgeber sind in erster Linie große Institutionen wie Landesbanken. Üblicherweise wird die Finanzierung in verschiedenen Tranchen angelegt. Das bedeutet, dass Schuldscheindarlehen in mehrere „Unterkredite“ aufgeteilt werden, die an konservative Investoren wie Sparkassen, aber vor allem an Versicherungen oder Pensionsfonds weiterverkauft werden, die aus dem Zinsertrag ihre Verpflichtungen aus Lebensversicherungen und Rentenansprüchen gegenüber ihren Versicherten erfüllen. 

Seit der Finanzkrise und der Niedrigzinspolitik der Europäischen Zentralbank ist der Markt für Schuldscheindarlehen stark gewachsen: Lange Zeit war ein Schuldscheindarlehen eine Finanzierungsform für Mittelständler, inzwischen entdecken aber auch Dax-Gesellschaften immer häufiger diese Alternative zu Fremdkapitalkredit oder Anleihe. Laut Handelsblatt wurden 2016 am deutschen Markt 108 Schuldscheindarlehen mit einem Volumen in Höhe von knapp 25,4 Milliarden Euro emittiert. Vossloh hat sein Schuldscheindarlehen in vier Tranchen aufgeteilt. 

Es soll einen Großteil des im Jahr 2015 abgeschlossenen und bis Frühjahr 2018 laufenden Konsortialkredits ersetzen, der aus einem auf mehrere Banken aufgeteilten 200-Millionen-Euro-Kredit und einer 300 Millionen Euro umfassenden revolvierenden Kreditlinie bestand. Bereits vor rund vier Monaten hatte das Unternehmen 100 Millionen Euro des endfälligen Kreditvolumens vorzeitig gekündigt und zurückgeführt. Die Tranchen des Schuldscheindarlehens mit Laufzeiten von vier und sieben Jahren sind teils fest und teils variabel verzinst und umfassen ein Volumen von 135 Millionen Euro für vier Jahre beziehungsweise 115 Millionen Euro für sieben Jahre. 

Aufgrund der hohen Nachfrage von institutionellen Investoren wurde die Verzinsung der Tranchen jeweils am unteren Ende der Vermarktungsspanne fixiert. Das Schuldscheindarlehen ist für den Vossloh-Konzern ein weiterer wesentlicher Schritt zur Sicherung und Optimierung der finanziellen Basis für das angestrebte Wachstum. „Der erfolgreiche Abschluss der Transaktion ist ein wichtiger Baustein im Rahmen der Finanzierungsstrategie von Vossloh. Wir haben uns für die nächsten Jahre attraktive Konditionen gesichert und durch die gestaffelten Laufzeiten unsere Fälligkeitsstruktur optimiert“, erklärte Oliver Schuster, Finanzvorstand von Vossloh. 

Die hohe Nachfrage unterstreiche das Vertrauen der Investoren in Vossloh. Begleitet wurde die Platzierung von der französischen Geschäftsbank BNP Paribas und der Hessischen Landesbank (Helaba). Die Helaba agiert darüber hinaus als Zahlstelle während der Laufzeit der Transaktion. Vossloh ist weltweit in den Märkten für Bahntechnik tätig. Kerngeschäft ist die Bahninfrastruktur. Darüber hinaus ist der Konzern im Lokomotivengeschäft tätig. Die Konzernaktivitäten sind in vier Geschäftsbereiche gegliedert. Im Geschäftsjahr 2016 erzielte Vossloh mit weltweit etwas mehr als 4000 Mitarbeitern einen Umsatz von rund 930 Millionen Euro. 

Seinen schon häufig um- und ausgebauten Stammsitz in Werdohl will der Weltmarktführer Vossloh ab diesem Jahr mit einem Aufwand von bis zu 40 Millionen Euro optimieren und sukzessive zu einer „Leitfabrik der Zukunft“ umbauen.

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