Hat die Stadt ein Imageproblem?

So günstig lässt es sich in Werdohl wohnen

+
Die Wohnungsgesellschaft Werdohl (Woge) um Geschäftsführer Ingo Wöste (rechts) investiert in diesem Jahr massiv in ihren Wohnungsbestand. So wird in Pungelscheid ein Millionenbetrag in die Sanierung von mehr als 80 Wohnungen investiert.

Werdohl/Märkischer Kreis – Im Märkischen Kreis zu wohnen ist vergleichsweise günstig. Rund 6,40 Euro Bruttokaltmiete zahlt ein Märker im Schnitt pro Quadratmeter. Das geht aus einer Übersicht hervor, die das Statistische Landesamt Information und Technik NRW (IT.NRW) jüngst veröffentlicht hat.

In Werdohl liegt der Mietpreis mit teilweise nur 4,60 Euro pro Quadratmeter sogar noch weit unter dem Kreisdurchschnitt. 

Ingo Wöste, Geschäftsführer der Wohnungsgesellschaft Werdohl (Woge), hat als Grund für die günstigen Mieten in der Stadt zwischen Lenne und Verse vor allem ein Imageproblem als Grund ausgemacht. „Werdohl war früher eine sehr stolze Stadt. Hier gab es große Firmen wie Brüninghaus, die viele Arbeiter anzogen. Mit den Firmen ging auch ein Stück Stolz der Werdohler. Dafür breitete sich Verunsicherung aus.“ Die Firma Brüninghaus beispielsweise verließ Werdohl im Jahr 2011. 

Einwohnerzahl stark rückläufig

Die Einwohnerzahl Werdohls ist seit 1970 massiv zurückgegangen. Heute hat Werdohl keine 18 000 Einwohner mehr, 1970 waren es mit rund 24 000 noch gut ein Drittel mehr. 

Das Image einer Stadt wirke sich direkt auf die Wohnpreissituation aus, erläutert Ingo Wöste. „Die Menschen bezahlen ja nicht nur den materiellen Wert einer Wohnung. Ein Wohnungspreis richtet sich auch danach, ob Menschen in einer Stadt wohnen möchten oder nicht. In großen Städten, wo viele Menschen leben wollen möchten, zum Beispiel in Düsseldorf, ist der Mietpreis dementsprechend höher.“ 

Fluss fließt mitten durch die Stadt

Der Geschäftsführer ist aber auch sicher, dass Werdohl bei Weitem nicht so unattraktiv ist, wie es der Stadt manchmal nachgesagt wird. „Wer kann denn zum Beispiel schon behaupten, dass ein Fluss wie die Lenne mitten durch seinen Wohnort fließt? So etwas ist ziemlich außergewöhnlich und definitiv ein Mehrwert“, betont Wöste. Gleiches gilt seiner Meinung nach für die Nachbarstädte Altena und Plettenberg. Dort liegen die Mietpreise ebenfalls unter dem Durchschnitt. 

Was kann man also machen, um das Image Werdohls wieder aufzubessern? Für die Beantwortung dieser Frage muss Wöste gar nicht weit in die Zukunft schauen: „Die Stadt hat bereits in der Vergangenheit einiges gemacht, um das Image aufzubessern.“ Konkret spricht der Geschäftsführer der Wohnungsgesellschaft von der Gestaltung des Westparks und des Brüninghaus-Platzes sowie der Lennepromenade. Auch am Bahnhofsgebäude sei eine Menge getan worden. 

Bietet Lenneradweg großes Potenzial?

Für die Zukunft sieht Ingo Wöste großes Potenzial in der Fertigstellung des Lenneradwegs. „Radfahren liegt voll im Trend. Ich glaube, wenn der Lenneradweg fertig ist, kommen mehr Menschen mit dem Fahrrad nach Werdohl und in die anderen Lennestädte.“ Der Woge-Geschäftsführer kann sich vorstellen, dass sich wegen des dann steigenden Publikumsverkehrs Gastronomiebetriebe oder Hotels niederlassen. „Wenn Menschen von außerhalb kommen und den Werdohlern erzählen, wie schön es hier eigentlich mit der Tallage und der Lennepromenade ist, steigt vielleicht das Selbstbewusstsein wieder“, hofft Wöste. „Durch den Lenneradweg kann sich das Image der Stadt nachhaltig verbessern.“ 

Sollten dadurch wieder mehr Menschen nach Werdohl ziehen, könnte sich auch der Wohnwert wieder steigern. Ingo Wöste stellt allerdings auch unmissverständlich klar: „Es gibt nicht die eine Lösung.“

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Hinweise zum Kommentieren: Auf come-on.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.


Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.

Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare