Weniger Grundstücksverkäufe als im Vorjahr

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Einzig und allein im Baugebiet Düsternsiepen gibt es in der Stadt Werdohl freie Baugrundstücke zu kaufen. Der Absatz hier ist allerdings sehr schleppend, die Volksbank vermarktet das Gelände mit immer neuen Ideen.

Werdohl - Was tut sich wirklich auf dem Immobilienmarkt? Das weiß am besten der Gutachterausschuss, dem jeder Grundstücksverkauf gemeldet werden muss und der deshalb einen Gesamtüberblick über alle Städte im Märkischen Kreis mit Ausnahme von Iserlohn und Lüdenscheid (dort gibt es eigene Ausschüsse) hat.

Inzwischen hat das Gremium seine Analyse von etwa 2900 Kauffällen im Jahr 2017 abgeschlossen und im Internet veröffentlicht. Es „brachte dem Immobilienmarkt auf vielen Marktsegmenten Preissteigerungen“, so Diplomingenieur Christoph Jochheim-Wirtz, der Vorsitzender des Gutachterausschusses. Die Zahl der Kauffälle hingegen ist leicht gesunken.

In Werdohl fiel der Rückgang nicht besonders deutlich aus: 2016 wurden 128 Immobilien gehandelt, 2017 waren es nur noch 118. Eine signifikante Veränderung gibt es allerdings im Vergleich zu 2015: Damals wurden nur 80 Kauffälle registriert.

Ein wichtiges Indiz sind neben der Zahl der Verkäufe die damit erzielten Umsätze. Sie sanken in Werdohl von 18,93 auf 16,78 Millionen Euro. Kreisweit war ebenfalls ein leichter Rückgang zu verzeichnen. Ebenso zeigt hier ein Blick ein weiteres Jahr zurück eine starke Veränderung: In 2015 wurden für gerade einmal 8,71 Millionen Euro Grundstücke verkauft. Umsatzbringer Nummer eins ist und bleibt das Gebrauchthaus. 73 solcher „Bestandsimmobilien“ wechselten 2017 den Besitzer. Das waren 12 weniger als im Vorjahr, was auch der Tatsache geschuldet sein dürfte, dass das Angebot knapper wird.

Thema Bauland: Hier sank die Zahl der Kauffälle von sechs auf fünf. Interessanter ist in dieser Rubrik der Blick nach Altena – dort wurde im Schnitt für jedes dieser 12 Grundstücke 200 000 Euro ausgegeben – sicherlich ein Indiz dafür, dass es sich in erster Linie um Flächen im Gewerbepark Rosmart und nicht um Grundstücke für Wohnhäuser handelt.

In diesem Segment bleibt die Entwicklung gerade angesichts der Preissteigerung bei Gebrauchtimmobilien spannend: Wie berichtet, gibt es staatliche Eigenheimförderung neuerdings auch in Werdohl wieder für Neubauten.

Gleichzeitig verfügt die Stadt im Düsternsiepen über baureife Grundstücke, die 105 Euro pro Quadratmeter kosten. Der Grundstücksmarktbericht zeigt auf, dass Bauland in Werdohl damit sehr viel günstiger ist als in vielen Nachbarkommunen. Am Lüdenscheider Vogelberg werden 190 Euro verlangt und in Iserlohn sogar bis zu 205 Euro. Billiger als in Werdohl geht es nur noch an zwei Stellen: In Plettenberg An den Kämpen gibt es Baugrund für 75 Euro pro Quadratmeter, in Balve an der Gehringer Schlade kostet Bauland 95 Euro pro Quadratmeter. Überall im gesamten Märkischen Kreis ist es teurer.

Der Grundstücksmarktbericht steht online zur Verfügung. Über eine Adresssuche ist es möglich, den Wert für jedes einzelne Grundstück herauszufinden.

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