Grufti-Karneval sorgt für Raketensturm

So hat den Gemeinderat der katholischen St.-Michael-Gemeinde vermutlich noch nie jemand gesehen. Aber wenn sie zu AC/DC tanzen, dann sehen sie halt so aus. - Fotos: Koll

WERDOHL - Welches Lied sollte besser passen für einen Auftritt des Gemeinderates als der Klassiker „Hells Bells“ (zu deutsch: Höllenglocken) von AC/DC ? Die Rats-Mitglieder der Gemeinde St. Michael Werdohl/Neuenrade jedenfalls dachten sich, dass genau dieser Song perfekt wäre.

Das Publikum sah das ebenso. So johlten, pfiffen und applaudierten die 110 Gäste im großen Pfarrsaal begeistert, was aber auch an der Kleidung der Frauen und Männer des Gemeinderates gelegen haben mag. Ob Männer oder Frauen, alle kamen als Nonnen daher.

Nein, es handelte sich nicht um die konstituierende Sitzung des Gemeinderates nach der Neuwahl – was da über die Bühne ging, das war die elfte Auflage des Grufti-Karnevals am Karnevalssamstag. Und mit dem dritten Punkt des rund dreistündigen Programms hatte die Stimmung vollends ihren Höhepunkt erreicht. Die tanzenden und teils männlichen Nonnen auf der Bühne brachten die Wände zum wackeln und den Saal zum kochen.

Den Abend moderierten Ina Hempel und Horst Jacke. Vor und nach den Programmpunkten sorgte Alleinunterhalter Jörg Krause dafür, dass kein Auge trocken blieb. Dass keine Kehle trocken wurde, dafür sorgte das Thekenteam der Pfadfinder – alle sehr reizvoll in antik-römische Gewänder gekleidet.

Zwei Stunden zuvor waren die Türen noch verschlossen. Davor stand eine Schlange bunt ge- und verkleideter Menschen. Die vorderen trommelten gegen die Türe und sangen lautstark: „Wir lagen vor Madagaskar“. Drinnen bauten sich die Gruftis auf, um jeden Gast mit einem Spalierlauf zu empfangen. Musiker Krause stimmte „Mer lasse de Dom in Kölle“ an – und die Tür ging auf, die Menge strömte herein.

Neben den veranstaltenden Gruftis und dem Gemeinderat hatten fürs Programm auch Einzelpersonen sowie die Theaterspatzen und die Pfadfinder Sketche, Tänze und sonstige Überraschungen vorbeiratet. Das Publikum goutierte die Leistungen auf der Bühne mit der ein oder anderen „Rakete“. Da machte es auch nichts, dass dieses Mal 30 Karten nicht verkauft worden waren.

Von Michael Koll

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