Grünes Klassenzimmer und Jugendhütte

WERDOHL ▪ Ein grünes Klassenzimmer für die Schüler der städtischen evangelischen Martin-Luther-Grundschule, ein öffentlich zugänglicher Kletterhügel für die Kinder aus dem Bezirk und eine Hütte für die Jugendlichen aus dem Schrottkeller: Nicola Wiener, Landschaftsarchitektin beim Planungsbüro Stadt-Kinder aus Dortmund, präsentierte am Montagabend die Vorentwurfsplanung für die Schulhofumgestaltung der evangelischen Grundschule Ütterlingsen und die quartiersbezogene Freizeitfläche rund um die Bildungseinrichtung.

Das 10 000 Quadratmeter große Areal gliedert sich in drei Teile. So soll ein Abschnitt der Fläche ausschließlich der schulischen Nutzung vorbehalten sein. Die Schulhoffläche soll durch Bäume und einen teilweisen Rückbau der bislang tristen Asphaltfläche aufgewertet und gegliedert werden. Balancierstangen und weitere Spielgeräte, die die Motorik und das Gleichgewicht der Grundschüler fördern, sind für diesen Bereich ebenfalls geplant. Maltafeln, auf denen die Kinder ihrer Kreativität freien Lauf lassen können, sollen den Zaun rund um den Schulhof in einen echten Hingucker verwandeln.

„Ein besonderes Highlight ist das grüne Klassenzimmer, so dass der Unterricht bei gutem Wetter auch mal draußen stattfinden kann“, sagte Nicola Wiener.

Bequeme Sitzgelegenheiten, die die Bewohner aus dem Bezirk zum Verweilen einladen, Spielgeräte für Kleinkinder und ein Kletterhügel sowie eine Fläche für diverse Ballsportarten sieht der Vorentwurf für den öffentlich zugänglichen Bereich vor, der den großen und kleinen Werdohlern vorbehalten sein soll.

Die Jugendlichen aus dem Schrottkeller, die den Eingangsbereich vor dem Jugendraum künftig ihr eigen nennen sollen, können sich auf eine Fußball-Basketball-Tor-Kombi, eine Tischtennisplatte und eine Jugendhütte aus Holz freuen.

Rund 20 Interessierte nutzten diese so genannte Rückkopplungsveranstaltung, um den Dortmunder Planern ihre Meinung bezüglich des Vorentwurfes mitzuteilen. So wollte Quatiersmanagerin Silke Kreikebaum von der Expertin aus Dortmund wissen, ob der Zugang zu dem öffentlichen Bereich vor und oberhalb des Schulhofes – beispielsweise durch eine Rampe – barrierefrei gestaltet werde. Weil eine solche Rampe auf Grund des Gefälles rund 60 Meter lang sein müsste und deren Bau mit enormen Kosten verbunden sei, werde es wahrscheinlich keinen barrierefreien Zugang geben, sagte Stadtplaner Stefan Groß im Rahmen der Veranstaltung.

Auch die Frage, wie das Areal vor Vandalismus geschützt werden könne, beschäftigte die Teilnehmer. „Der Schulhof bleibt eingezäunt. Die Bürger aus dem Bezirk sind beteiligt worden, ich hoffe, dass sie das, was sie sich für die öffentliche Fläche gewünscht haben, nicht zerstören“, so Wiener. Fachbereichsleiter Bernd Mitschke, der ebenfalls anwesend war, hofft künftig auf die soziale Kontrolle durch die Anwohner. Den Vorschlag, Bewegungsmelder zum Schutz des Areals zu installieren, hält Landschaftsarchitektin Wiener nicht für sinnvoll: „Wo Licht ist, hält man sich auch gerne in den Abendstunden auf“, gab die Expertin zu bedenken. Zudem würden die Anwohner und die Tiere durch das Licht gestört.

Die Präsentation des Vorentwurfes bildet den Abschluss der Bürgerbeteiligung. Nun werden die Entwürfe in den zuständigen politischen Gremien präsentiert und beschlossen werden. Ab Mai 2013 soll mit der Umgestaltung begonnen werden. Die Fertigstellung ist für das Ende der Sommerferien geplant. 355 000 Euro stehen unter anderem aus Mitteln des Stadtumbaus zur Verfügung. Der städtische Eigenanteil beträgt 20 Prozent.

Von Ute Heinze

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