Großprojekte im Werdohler Kanalbau geplant

WERDOHL ▪ Die Abwassergebühren werden im kommenden Jahr leicht sinken, das Sondervermögen Abwasser investiert 1,25 Millionen Euro in die Sanierung maroder Abwasserkanäle. Über diese beiden Eckpunkte soll der Rat am Montag in der letzten Sitzung des Jahres entscheiden.

Erst gestern konnten Kämmerei und Sondervermögen Abwasser die Gebührenkalkulation und den Wirtschaftsplan vorlegen. Demnach sinkt die für Privathaushalte übliche Gebühr für den Kubikmeter Schmutzwasser von 2,79 Euro auf 2,71 Euro. Dass die Gebühr sinkt hat mit dem Umstand zu tun, dass von einem insgesamt höheren Frischwasserverbrauch in 2012 ausgegangen werden könne, schreibt Kämmerer Schlüter. Diese Bezugsgröße ist bestimmender als die Tatsache, dass der zu verteilende finanzielle Aufwand 2012 um 70 000 Euro höher ausfällt als im vergangenen Jahr.

Die Schmutz-Abwassergebühr für die Ruhrverbands-Mitglieder – das sind in Werdohl nur die großen produzierenden Betriebe – sinkt gleichermaßen von 1,01 Euro pro Kubikmeter auf bald 0,99 Euro.

Regenwassergebühr steigt um elf Cent

Für das Niederschlagswasser auf den Grundstücken muss für das kommende Jahr ein höhere Gebühr angesetzt werden. Der Gesamtaufwand steigt von 1,51 Millionen auf 1,65 Millionen Euro. Darüberhinaus muss 2012 ein geringere Quadratmeterzahl der befestigten Oberflächen veranschlagt werden. Ein Unternehmen hat eine Einleitungsgenehmigung für eine Betriebsfläche von rund 20 000 Quadratmetern in die Lenne bekommen. Durch das Umlagesystem vergrößert sich damit die Gebührenlast für den Einzelnen. Haushalte müssen in 2012 93 Cent pro Quadratmeter Oberfläche bezahlen, im Vorjahr waren es noch 82 Cent. Bei den großen Unternehmen steigt die Gebühr von 62 Cent pro Quadratmeter auf 73 Cent. Kämmerer Schlüter meinte gestern auf Nachfrage, dass sich Werdohl mit den Abwassergebühren im Städte-Vergleich in einem moderaten Rahmen befinde.

250 000 Euro für

den Ruppenhahn

Gleichzeitig hat das Sondervermögen Abwasser seinen Wirtschafts- und Vermögensplan für das kommende Jahr vorgelegt. Für Darlehnstilgung werden 790 600 Euro angesetzt, für die Investitionen in neue Kanäle sollen 1,255 Millionen Euro ausgegeben werden

Den dicksten Batzen wird die Sanierung der Kanalhaltungen im Ruppenhahn in Ütterlingsen verschlingen: 250 000 Euro sind hier in den Wirtschaftsplan geschrieben. 100 000 Euro sollen im Mühlenschlad ausgegeben werden, hier sind ältere Kanäle defekt. Der Lennebogensammler hinter Vossloh ist teilweise abgeschrieben und teilweise undicht. Die Rohrleitungen sollen in den nächsten drei Jahren saniert oder ausgewechselt werden, dafür sind in 2012 schon einmal 100 000 Euro vorgesehen.

Der Versesammler ist schon in 2009 und 2010 untersucht und saniert worden, für die Beseitigung weiterer Schäden im kommenden Jahr ist eine dritte Rate von 150 000 Euro angesetzt.

Wie im Ruppenhahn sind auch Am Steinbrink in Ütterlingsen die Kanäle defekt: 150 000 Euro sind angesetzt. Weitere 150 000 Euro sind im Herbscheider Weg fällig, hier sind undichte und unterdimensionierte Kanalhaltungen auszuwechseln.

130 000 Euro sind für die Untere Heide veranschlagt, hier soll ein Mischsystem anstelle des alten Trennsystems eingebaut werden.

100 000 Euro sind für den Kanal vor dem Bahnhofsgebäude angesetzt. ▪ heyn

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