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Großer Zusammenhalt: Hunderte Freiwillige helfen bei Duschking

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Von: Thomas Krumm

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Bei der Helferparty für Menschen, die während der Flutkatastrophe im Juli der Firma Duschking geholfen haben, traf Duschking-Geschäftsführer Andreas Murza (2. von rechts) Helfer aus dem Saarland und vom Niederrhein.
Bei der Helferparty für Menschen, die während der Flutkatastrophe im Juli der Firma Duschking geholfen haben, traf Duschking-Geschäftsführer Andreas Murza (2. von rechts) Helfer aus dem Saarland und vom Niederrhein. © Thomas Krumm

Nach dem Flutschaden an seinem historischen Backsteinfirmengebäude in Altena bezog der Badausrüster Duschking sein neues Domizil in ehemaligen Werkshallen der Firma Gerhardi in Werdohl-Dresel. Dort lud der Badausrüster am Samstag zu einer großen Party ein.

Altena/Werdohl – „Das ist ein Dankeschön an alle, die während der Flut geholfen haben”, erklärte Geschäftsführer Andreas Murza.

Wie weit die Hilfsbereitschaft damals ging, machten unter anderem Gäste vom Niederrhein und aus dem Saarland deutlich, die Duschking geschäftlich eng verbunden sind. Michael Engels aus Moers sah die Flut-Bilder aus Altena über What’s App und machte sich mit weiteren drei Mitarbeitern seines Unternehmens ME Baddesign auf den Weg nach Altena, um hier zu helfen.

„Wir kannten das Unternehmen”, erinnerte sich auch Andreas Pieter aus St. Ingbert im Saarland. Als er im Juli 2021 für eine Baustelle ein WC nachbestellen wollte, konnte er in Altena zunächst niemanden erreichen. Bald darauf machten „Bilder und Videos, wo das Wasser durch’s Gebäude lief” deutlich, was bei Duschking los war. „Wir haben uns spontan entschlossen, nach Altena zu fahren.”

Der mitgenommene Kastenanhänger war genau das, was hier gebraucht wurde. Andreas Murza schilderte noch einmal die Rettungsaktion, durch die einiges an vorrätigem Material gerettet werden konnte. Es ging dabei unter anderem um Rückwandverkleidungen für Duschen, die unterschiedliche Motive zeigen.

Auch Server und Computer konnten noch gerettet werden, sodass Duschking im Schulungsraum der Firma Praedata in Nachrodt schon einen Tag später wieder erreichbar war für die Kunden.

„Hunderte von Leuten kamen von überall her“, schaut Andreas Murza dankbar zurück auf den Einsatz der Helfer, von denen die meisten aus Altena und Werdohl kamen. Als die beladenen Transporter nicht mehr durch das Lennetal fahren durften, nahmen sie den Weg über Rosmart und den Höhenweg. Die Hallen in Dresel stellte die Firma Gerhardi zur Verfügung.

„In der Situation mieten?“, zitierte Andreas Murza die verwunderte Nachfrage eines Gerhardi-Repräsentanten. „Ihr kriegt sofort die Schlüssel.“ Später wurde man sich längerfristig einig hinsichtlich des Verbleibs an diesem neuen Standort.

Auch in Dresel wurde vor der Einlagerung geschuftet: Die Helfer mussten Lenne-Schlamm vom Gelände räumen. Für die Einlagerung der geretteten und gesäuberten Rückwandverkleidungen bauten die Helfer neue Regale. „Nach vier Wochen haben wir schon wieder 90 Prozent geliefert“, freut sich Andreas Murza und schaut zurück auf den Entschluss der drei Geschäftsführer, sich von den Folgen der Flut nicht unterkriegen zu lassen: „Jetzt machen wir Duschking groß.“

Keine Zukunft wird das ehemalige Firmendomizil in Altena haben: Nach der umfassenden Plünderung durch Metall- und Materialdiebe könne das mittlerweile gesicherte Gebäude nur noch abgerissen werden, berichtete Andreas Murza.

Durch die benachbarte Bundesstraße und die Eisenbahnstrecke sei der Abriss logistisch eine große Herausforderung.

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