Fast 18 Prozent mehr Umsatz

Großer Werdohler Beitrag zum Vossloh-Erfolg

Aus fingerdickem Draht werden bei Vossloh Spannklemmen zur Schienenbefestigung gebogen.
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Aus fingerdickem Draht werden bei Vossloh Spannklemmen zur Schienenbefestigung gebogen.

Das dürfte Anleger freuen: Der börsennotierte Werdohler Bahntechnikkonzern Vossloh hat an das erfolgreiche Auftaktquartal des Geschäftsjahres 2021 anknüpfen und im zweiten Quartal Umsatz und Ergebnis weiter steigern können.

Das hat das Unternehmen am Mittwoch mitgeteilt.

Im ersten Halbjahr 2021 lag der Konzernumsatz mit 462,6 Millionen Euro um 17,7 Prozent über dem Wert des Vorjahreszeitraums. Diese positive Entwicklung sei von allen Geschäftsbereichen getragen, wobei das am Stammsitz Werdohl angesiedelte Geschäft mit Schienenbefestigungssystemen das mit Abstand höchste absolute Umsatzwachstum erzielt habe.

Der Auftragseingang lag nach Unternehmensangaben im ersten Halbjahr 2021 bei 459,4 Millionen Euro (Vorjahr: 494,8 Millionen Euro) und damit in etwa auf Höhe der stark gestiegenen Umsatzerlöse. Darüber hinaus konnte Vossloh im ersten Halbjahr 2021 bereits mehrjährige Rahmenverträge mit einem Volumen von deutlich mehr als 100 Millionen Euro abschließen. Solche Rahmenverträge werden nicht unmittelbar im Auftragseingang ausgewiesen, sondern erst, wenn die Kunden die Lieferungen abrufen.

Gewinnmarge steigt

Der Gewinn vor Zinsen und Steuern (Ebit) verzeichnete einen signifikanten Anstieg um 41,2 Prozent und erreichte 42,4 Millionen Euro. Die Gewinnmarge stieg damit von 7,6 Prozent im ersten Halbjahr 2020 auf 9,2 Prozent in den ersten sechs Monaten 2021. Entsprechend erhöhte sich im Jahresvergleich auch der Gewinn vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen – er stieg von 55 Millionen auf 68,4 Millionen Euro, wobei die Gewinnmarge von 14 auf 14,8 Prozent zulegte. Weil die Vorjahreswerten durch einen einmaligen Bucheffekt positiv beeinflusst waren, fällt der Profitabilitätsanstieg eigentlich noch deutlicher aus.

Einen bemerkenswerten Zuwachs verzeichnete der Geschäftsbereich Core Components, zu dem unter anderem die Produktion von Schienenbefestigungen in Werdohl gehört. Dort konnte Vossloh im ersten Halbjahr den Umsatz um 39,9 Prozent auf 230,4 Millionen Euro steigern (Vorjahr: 164,7 Mio.€). Grund dafür ist vor allem eine stärkere Geschäftsentwicklung in China. Vossloh konnte Lieferungen, die 2020 wegen der Corona-Pandemie ausgesetzt worden waren, im ersten Halbjahr 2021 nachholen. Allein der Umsatz des in Werdohl angesiedelten Geschäftsfelds Fastening Systems erhöhte sich zwischen Januar und Juni 2021 um 71 Prozent auf 156,4 Millionen Euro.

Finanzlage hat sich verbessert

Noch einmal ein Blick auf die Vermögens- und Finanzlage des gesamten Vossloh-Konzerns: Sie hat sich ebenfalls weiter verbessert. Die Eigenkapitalquote stieg zum 30. Juni auf 44,6 Prozent (Vorjahr: 31,7 Prozent). Der Netto-Schuldenstand reduzierte sich um 44 Prozent auf 200,6 Millionen Euro. Maßgeblich für diese Entwicklungen war neben frei verfügbaren Finanzmitteln im Kerngeschäft in den vergangenen zwölf Monaten die Aufnahme einer Hybridanleihe in Höhe von rund 150 Millionen Euro im Februar 2021, die dem Eigenkapital zugerechnet wird.

Vossloh geht für das laufende Geschäftsjahr von höheren Umsätzen aus als bisher angenommen. Derzeit rechnet das Unternehmen mit einem Jahresumsatz zwischen 900 und 950 Millionen Euro, also 2,7 bis 5,9 Prozent mehr als bisher erwartet. Mit Verbesserungen rechnet der Konzern insbesondere im Geschäftsfeld Fastening Systems sowie im Geschäftsbereich Customized Modules, der individuell angepasste Systeme für die Bahninfrastruktur herstellt, einbaut und wartet und seinen Fokus auf projektspezifisch hergestellte Baukastenlösungen richtet.

Zudem ist Vossloh weiter auf Expansionskurs. Erst am Montag hatte das Unternehmen den Kauf des jungen nordholländischen Unternehmens ETS Spoor B.V. perfekt gemacht.

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