Großer Schaden durch Wasser: Flüchtlingshilfe braucht dringend „weiße Ware“

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Monika Eckardt und Michael Filius im Möbellager der Flüchtlingshilfe. Etwa ein Drittel der gespendeten Möbel – darunter auch Sofas – wurde bei einem Wasserschaden beschädigt.

Werdohl - Ein Raum voller Möbel, Fahrräder und Geräte, hier und da laufen Personen herum und schauen sich die Ware an. „Habt ihr noch Stühle?“, fragt einer von ihnen. Doch die sind momentan nicht im Lager vorhanden, auch auf Waschmaschinen muss man lange warten.

Das Möbellager der Flüchtlingshilfe Werdohl muss wieder aufgestockt werden. Die Spendenbereitschaft sei in Werdohl in den letzten Jahren gestiegen, bemerkte Michael Filius, der gemeinsam mit Monika Eckardt das Möbellager im Gewerbehof betreibt. Mit etwa zehn Helfern sammeln sie Sachspenden ein, holen die Möbel auf Wunsch auch ab und liefern sie anschließend an Flüchtlinge aus. Oft seien er und seine Kollegen überrascht, wie gut erhalten viele Dinge sind, freut er sich. „Die Sachen könnten noch verkauft werden, doch die Leute spenden sie lieber.“ 

Dennoch gibt es noch immer Bedarf an gewissen Gegenständen. Schuld daran ist unter anderem ein schwerer Wasserschaden. Ein Warmwasserboiler in der Etage über dem Lager sei Anfang November kaputt gegangen und das Wasser durch das ganze Gebäude bis ins Erdgeschoss gelaufen. „Die Tapeten haben sich gelöst und wir mussten etwa ein Drittel unserer Möbel wegwerfen“, sagt Monika Eckardt. „Das erklärt für den ein oder anderen vielleicht auch, warum sein gerade gespendetes Sofa an der Straße stand“, fügt Michael Filius hinzu. Die Möbel hätten sie nicht mehr verkaufen können, da sich sonst Schimmel bilden könnte. Ersetzt bekommt die Flüchtlingshilfe nichts von dem Schaden. „Wir haben ja an sich nichts dafür gezahlt“, erklärt Eckardt. 

Geringer Betrag erhöht Wertschätzung 

Zahlen müssen dafür jedoch die Flüchtlinge. „Wir nehmen einen kleinen Betrag für die Möbel“, sagt Filius. Das erhöhe die Wertschätzung der Möbel. Als die Spenden noch kostenlos verteilt wurden hätten viele Flüchtlinge Sachen mitgenommen, die sie nicht wirklich brauchten. Jetzt sei ein anderes Bewusstsein da, schildert Filius. „Und unseren Transporter, mit dem wir die Möbel ausliefern, müssen wir ja auch betanken.“ Der Betrag halte sich aber in Grenzen, für einen Holztisch würden beispielsweise zwei bis drei Euro genommen. 

Gefragt sei zurzeit besonders sogenannte „weiße Ware“ wie Kühlschränke oder Herde. Für eine einzige Waschmaschine stünden zehn bis 15 Personen auf der Warteliste. Auch Haushaltsgeräte wie Wasserkocher würden benötigt, besonders schnell vergriffen seien aber momentan Haushaltsartikel wie Besteck oder Töpfe, wie Eckardt am Dienstag sagte: „Wir haben gestern einen Schwung Kochtöpfe bekommen und heute sind sie alle weg.“ Auch Einzelbetten würden selten gespendet aber umso häufiger benötigt. Bekleidung nimmt das Möbellager nicht an, betonen beide. 

Da die Zahl der Flüchtlinge in den letzten Monaten weiter gesunken sei, wie Michael Filius erklärt, habe das Möbellager die Öffnungszeiten von wöchentlich auf alle 14-Tage begrenzt. Jeden zweiten Dienstag von 15 bis 17 Uhr können nun Spenden abgegeben und von den Flüchtlingen gekauft werden. „Die wissen ganz genau, wie schnell die Sachen vergriffen sind, deshalb bildet sich immer schon eine lange Schlange bevor wir aufmachen“, erzählt Filius. 

Helfer mit Fachwissen benötigt

Neben Sachspenden benötigt die Flüchtlingshilfe auch etwas ganz besonderes: Personell seien sie im Möbellager gut aufgestellt, was fehlt sei jemand, der besonders nachmittags beim Aufbau und bei der Installation von Möbeln und Geräten helfen könnte. Wichtig sei dabei Fachwissen um zum Beispiel Hängeschränke anzubringen oder einen Herd anzuschließen. „Die Flüchtlinge denken nicht viel darüber nach, dass Leitungen in der Wand sein könnten. Die bohren einfach drauf los“, erklärt Filius, dass ein ehrenamtlicher Helfer mit Fachwissen für mehr Sicherheit sorgen könnte. Ein Führerschein sei außerdem wichtig, um den Transporter fahren zu können. 

Wer die Flüchtlingshilfe mit Sachspenden oder ehrenamtlich unterstützen möchte kann sich mit Michael Filius per Whatsapp, SMS oder ab 15 Uhr auch per Anruf unter 0171 / 999 10 29 in Verbindung setzen.

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