Feuer in Werdohl

Brand ist gelöscht, Sperrung der B 229 aufgehoben

+
Ein Gelenkmastwagen aus Halver wurde am Freitag für den Einsatz in Werdohl angefordert.

[UPDATE 16.30 Uhr] WERDOHL - Das Feuer in der ehemaligen Thyssen-Verwaltung in Werdohl-Bärenstein, das am Freitagmorgen wieder ausgebrochen war, ist gelöscht. "Die Nachlöscharbeiten sind fast abgeschlossen", sagt Kreisbrandmeister Rainer Blumenrath gegen Mittag. Die Sperrung der B 229, die für erhebliche Verkehrsbehinderung im Versetal sorgt, wurde um kurz vor 12 Uhr wieder aufgehoben. Es entstand laut Polizei ein Sachschaden in Millionenhöhe.

Am Freitagmorgen um 7.28 Uhr wurde die Feuerwehr erneut alamiert, weil sich im Dach des Gebäudes der ehemaligen Thyssen-Verwaltung das Feuer erneut entfacht hatte. Bereits am Donnerstag hatte es dort bis in die Nacht hinein einen Großeinsatz gegeben, bei dem 58 Feuerwehrleute aus Werdohl und Lüdenscheid im Einsatz gewesen sind.

Um 2.30 Uhr war das Feuer gelöscht, und die bis dahin gesperrte B 229 für den Verkehr wieder freigeben. Eine Brandsicherungswache hatte anschließend noch vor Ort die Lage beobachtet und dann die Einsatzstelle gegen 6 Uhr verlassen.

Um 7.27 Uhr am Freitagmorgen wurde schließlich der neue Brand gemeldet, die Feuerwehr rückte erneut mit 50 Einsatzkräften aus und die Polizei sperrte die B 229 voll. Weil der Brandherd so schwer zugänglich gewesen ist, wurde ein Spezialfahrzeug aus Halver angefordert - ein Teleskopgelenkmastwagen. "Das Problem bei so alten Gebäuden sind die vielen Hohlräume, Zwischendecken und alten Schächte", erklärt Kreisbrandmeister Blumenrath.

So auch in diesem Fall. Ein Brandnest befand sich in einem alten, still gelegten Aufzugschacht, der nur schwer zugänglich gewesen ist. "Die bisher getroffenen Maßnahmen haben gut gegriffen", urteilte Blumenrath am späten Vormittag. Die Nachlöscharbeiten waren zu diesem Zeitpunkt so gut wie abgeschlossen.  Die Sperrung der B 229 wurde um 12 Uhr wieder aufgehoben.

Ein Video vom Feuerwehreinsatz am Freitag

Der Sachschaden liegt laut Polizei im siebenstelligen Bereich.

Im fast abgebrannten und nun einsturzgefährdeten Gebäude an der Hauptstraße befand sich zuletzt die Verwaltung der Firma EZM Industrie- und Fördertechnik, sowie die Entwicklungsabteilung für die Gelenk- und Systemtechnik. Dies bestätigte EZM-Pressesprecherin Martina Potthoff.

Aufgrund der dort vorrätigen CAD-Technik entstand letztlich ein Schaden in siebenstelliger Höhe. In dem Gebäude arbeiteten zuletzt mutmaßlich elf Mitarbeiter der Firma, welche insgesamt am Standort Werdohl rund 40 Menschen beschäftigt. Die erste Etage des betroffenen Gebäudes stand zuletzt leer. Dort war Gewerbefläche zu vermieten. Unternehmenssprecher Ralf Schneider wollte diese Angaben am Freitag weder bestätigen noch verneinen. Er verwies auf eine Pressemitteilung, die er am Montag kommender Woche erstellen werde.

Zur Unglücksursache gibt es derzeit noch keine Angaben. Die Kriminalpolizei konnte das Gebäude im Rahmen ihrer Ermittlungen noch nicht betreten. 

Bilder vom Einsatz am Freitag

Brand in Werdohl-Bärenstein

Das war am Donnerstag geschehen

50 Feuerwehr-Einsatzkräfte aus Werdohl und weitere acht aus Lüdenscheid waren am Donnerstagnachmittag mit einem Brand in Bärenstein beschäftigt. Schwierige Bedingungen ergaben sich aufgrund der Holzdecken im brennenden Haus – einem ehemaligen Verwaltungsgebäude der Firma Thyssen Krupp VDM.  Aktuell befindet sich dort die Firma EZM Industrie- und Fördertechnik GmbH.

Gegen 18 Uhr sei er alarmiert worden, berichtete der Werdohler Polizeichef Thomas Voit. Unmittelbar nach dem Alarm habe er die Vollsperrung der Hauptstraße (B 229) zwischen der Einfahrt Augustenthal auf der einen und dem Sportplatz auf der anderen Seite veranlasst.

Als er am Ort des Geschehens eingetroffen sei, so Voit, habe das Gebäude „im hinteren Bereich“ bereits in Flammen gestanden. Über eine mögliche Brandursache lagen Voit am Donnerstag noch keine gesicherten Erkenntnisse vor.

Die Feuerwehr sei gegen 18.22 Uhr alarmiert worden, erklärte Stadtbrandinspektor Manfred Theile. Nach dem Eintreffen am Einsatzort hätten die Feuerwehrkräfte nach Theiles Schilderung zunächst versucht, im Gebäude den Brand zu löschen.

Bilder vom Donnerstag

Feuerwehr-Großeinsatz in Werdohl

Schnell hätten die Flammen indes in die im Gebäude verbauten Holzdecken Löcher gefressen: „Für meine Leute war es fortan nicht mehr möglich, sich im Gebäude aufzuhalten, ohne sich der Lebensgefahr auszusezten“, erläuterte der Werdohler Wehrleiter.

Da sich unterdessen auch alle Atemschutzgeräte, die sich im Besitz der Werdohler Feuerwehr befinden, im Einsatz waren, forderte Theile Unterstützung aus der Nachbarstadt Lüdenscheid an. Von dort kamen – mit dringend benötigten einer zweiten Drehleiter – acht zusätzliche Einsatzkräfte mit weiteren Atemschutzgeräten. Aus Werdohl waren zu diesem Zeitpunkt bereits 50 Einsatzkräfte in Bärenstein vor Ort.

Theile schilderte das Vorgehen der Einsatzkräfte folgendermaßen: „Mit den beiden Drehleitern haben meine Männer durch die Fenster ins Gebäude geschaut, um Glutnester auszumachen. Derweil haben wir von außen gelöscht.“ 

In der Nacht wurde das Gebäude bereits komplett eingeschäumt. Weil dies wiederum Probleme für das Grundwasser bedeuten kann, wurde auch der Ruhrverband alarmiert, um Vorkehrungen für die Kläranlage zu treffen  - eB

Ein Video vom Einsatz am Donnerstagabend

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das Login-Formular anmelden.
Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare