Große Gefühle in türkischer Sprache

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Nurgül Yenigün trug ihre Gedichte in türkischer Sprache vor. Sie erreichte damit am Sonntagvormittag rund 30 Gäste.

Werdohl - Ihre Gedichte handeln vom Schmerz, von Verlustängsten und vom Vermissen. Einfühlsam präsentierte die Altenaerin Nurgül Yenigün am Sonntagvormittag ihre Gedichte in der Werdohler Stadtbücherei. Das Besondere: Die Lesung war auf Türkisch.

Von Lydia Machelett

Werdohl ist für die junge Autorin ein ganz besonderer Ort. Dort wuchs sie auf. Spielte mit ihren Freundinnen und lieh sich Bücher in der Bücherei. Vor allem ist Werdohl aber ein Ort, den sie mit ihrer viel zu früh verstorbenen Mutter verbindet. Und genau darum geht es in ihren Gedichten. Durch das Schreiben habe sie den Verlust überwunden.

Als sie 1995 nach dem Tod der Mutter erstmals ihre Gefühle aufschrieb, dachte sie noch nicht daran, dass sie gut neun Jahre später ein ganzes Buch mit Gedichten präsentieren würde. Unter dem Titel „Ana“ hat sie ihre emotionalsten und schönsten Werke gesammelt. „Natürlich bin ich schon ein wenig stolz, mein Buch in den Händen zu halten und vor allem es hier präsentieren zu dürfen“, sagte sie vor der Lesung.

Etwa 30 Interessierte hatten sich zur Premiere in der Bücherei eingefunden. Darunter sogar Gäste aus Frankfurt, Karlsruhe, Bielefeld und Hamburg. Einige kennen Yenigün schon. Denn sie hat auch einen Blog im Internet, den türkischsprachige Menschen verfolgen. Je mehr Besucher kamen, desto aufgeregter wurde die Autorin. „Das ist ein ganz besonderer Moment. Ich bin eh schon emotional aufgewühlt, wenn ich in Werdohl bin. Aber jetzt noch mehr“, verrät sie.

Als sie zu lesen begann war davon nichts zu spüren. Professionell, einfühlsam und mit weicher Stimme trug sie ihre Lieblingsgedichte vor. Das Publikum war sichtlich bewegt. Der eine oder andere musste sich gar eine Träne aus dem Augenwinkel wischen. Immer wieder erntete Yenigün kräftigen Applaus.

Um was es in den Gedichten ging, blieb den deutschen Gästen verborgen. Man könne sie nicht einfach übersetzen. Aber die Atmosphäre im Raum verriet es: Es ging um Schmerz und große Gefühle, das war in den Gesichtern der Zuhörer zu erkennen.

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