VDM-Kreisverkehr in Werdohl

Großbaustelle: Ende der Arbeiten kommt in Sicht

Mit Bagger und Schaufel stellten Arbeiter am Dienstag das Schotter-Feinplanum her.
+
Mit Bagger und Schaufel stellten Arbeiter am Dienstag das Schotter-Feinplanum her.

Wenn jetzt alles glatt geht und keine größeren Probleme mehr auftauchen, könnte der Kreisverkehr vor dem Werdohler VDM-Werk in rund drei Monaten für den Verkehr freigegeben werden. Projektbetreuer Olaf Bühren vom Landesbetrieb Straßen.NRW weist allerdings darauf hin, dass es noch zwei wesentliche Unwägbarkeiten gebe.

Werdohl ‒ „Wir sind durch den späten Winter etwas gehandicapt, aber insgesamt zufrieden damit, was wir bis jetzt erreichen konnten“, sagt Bauingenieur Bühren am Dienstag bei einem Besuch auf der Baustelle. Von Mitte Mai 2020, als mit den Arbeiten begonnen worden ist, bis Anfang Dezember sei das ausführende Bauunternehmen im Wesentlichen damit befasst gewesen, eine Vielzahl von Versorgungsleitungen aus dem Bereich des späteren Kreisverkehrsplatzes heraus und in die zukünftigen Gehwege zu verlegen. „Das waren allein 20 Stromleitungen – davon 15 nur für VDM –, aber auch Telefon- Wasser- und Gasleitungen sowie der Abwasserkanal“, zählte Bühren auf.

Daneben seien im unteren Bereich der Neuenrader Straße (B 229) auf einer Länge von rund 400 Metern der Entwässerungskanal neu verlegt und die Fahrbahndecke erneuert worden. Dort schloss sich dann auch noch eine Felssicherungsmaßnahme an, was die Sperrung dieses Straßenabschnitts von ursprünglich vier auf letztlich rund sieben Monate verlängerte. Kanal- und Straßenbauarbeiten seien bereits im Vorgriff auf die noch ausstehende Sanierung der Hangbrücke unter der Neuenrader Straße erfolgt, erklärte Bühren die Notwendigkeit dieser Maßnahmen.

Mittelpunkt schon so gut wie fertig

Der Kreisverkehr selbst hat seit Dezember konkrete Gestalt angenommen. Sehr gut sind inzwischen die vier Zufahrten in die Richtungen Innenstadt, Plettenberg, Neuenrade und VDM zu erkennen. Der Kreisel-Mittelpunkt ist praktisch schon fertig modelliert, der mit 800 bis 900 Kubikmeter Erdreich aufgeschüttete Hügel muss nur noch eingesät werden. Gut möglich, dass die Stadt Werdohl ihn später auf eigene Kosten noch einmal anders gestaltet. Mit diesem Thema wird sich am Dienstag, 20. April, der Ausschuss für Umwelt- und Stadtentwicklung befassen.

Der Kreisverkehr vor dem Werdohler VDM-Werk hat schon konkrete Gestalt angenommen. Auch der Mittelpunkt ist schon fertig modelliert.

Auch das Schotterplanum der Kreiselfahrbahn ist mittlerweile hergestellt, und die Fahrbahneinfassungen stehen ebenfalls. Die sind nach Worten von Andreas Berg, Pressesprecher des Landesbetriebs Straßen.NRW, übrigens besonders stabil konstruiert worden: „Wir haben da relativ dicke, massive Bordsteine einbauen lassen, damit durch den Schwerlastverkehr nichts kaputtgefahren wird. Und die Rinnsteine sitzen auch auf sehr massiven Betonfundamenten.“

Spezielle Bauweise wegen hoher Belastung

Straßen.NRW rechnet also mit einer hohen Belastung des im Durchmesser 35 Meter großen Kreisverkehrs, was zweifellos daran liegt, dass er im Kreuzungspunkt zweier Bundesstraßen liegt. In der Binder- und der Deckschicht probiere der Landesbetrieb deshalb auch besonders standfeste Asphaltmischungen aus, kündigte Projektbetreuer Bühren an. „Das ist eine relativ neue Entwicklung“, sagte er über die Zusammensetzung des Materials, das in den oberen beiden Schichten verwendet werden soll.

Wenn das Wetter mitspielt, sollen in der nächsten Woche aber zunächst die ersten beiden grobkörnigen Asphaltschichten auf die Kreiselfahrbahn aufgebracht werden. Dabei handelt es sich um die Tragschicht, die insgesamt etwa 22 Zentimeter dick und deshalb in zwei Lagen eingebracht wird. „Damit jede Lage auch ausreichend verdichtet werden kann“, begründete Bühren. Bis Ende April sollen auch die Asphaltbinderschicht zum Ausgleich von Unebenheiten und zur Aufnahme von starken Schubkräften und darüber schließlich die Asphaltdeckschicht aufgetragen werden. „Wegen der hohen LKW-Belastung haben wir dann hier ein sehr dickes Asphaltpaket von insgesamt 30 Zentimetern“, sagte Bühren.

Noch einmal Vollsperrung nötig

Für den Einbau aller Asphaltschichten müssen allerdings die äußeren Bedingungen stimmen, erklärte Bühren und nannte damit die erste Unwägbarkeit, die die Kalkulation der noch verbleibenden Bauzeit schwierig macht. Die einzelnen Schichten würden miteinander verklebt, um die Stabiltät der gesamten Fahrbahn zu erhöhen. „Und das geht nur, wenn es nicht regnet“, betonte der Bauingenieur. Und vor allem beim Einbau der Tragschichten dürfe es nicht zu kalt sein. Die Außentemperatur müsse mindestens vier Grad betragen, weil der heiß eingebrachte Apshalt ansonsten zu schnell auskühle und nicht mehr verdichtet werden könne.

Projekbetreuer Olaf Bühren erklärt Aufbau der Kreisverkehrsfahrbahn mit insgesamt vier Asphaltschichten.

Nach Fertigstellung der Kreiselfahrbahn kämen dann die vier Zu- und Ausfahrten an die Reihe, erläuterte Bühren weiter. Für Arbeiten von Fahrbahneinfassung über die Herstellung des Schotterplanums bis zum Auftragen der vier Asphaltschichten kalkuliert Bühren für jeden dieser vier „Äste“ des Kreisverkehrs mit einer Bauzeit von einem Monat. Ein wenig Kopfschmerzen bereitet dem Projektleiter noch die Abzweigung zur Neuenrader Straße, deren Bau sich wegen der engen Radien in der Ausfahrt als proplematisch erweise, sagte er. Auf jeden Fall müsse dann die Neuenrader Straße vorübergehend noch einmal komplett gesperrt werden

Noch keine Lösung für VDM-Anbindung

Auch für die Anbindung des VDM-Werkes müsse noch eine Lösung gefunden werden, weil sich die ursprüngliche geplante temporäre Verlegung der Ein- und Ausfahrt in den Bereich der Vorthbrücke nun doch nicht realisieren lasse. Die Verkehrsführung beim Bau der „Äste“ sei also die zweite Unwägbarkeit, erläuterte Bühren. Dennoch ist der Bauingenieur von Straßen.NRW optimistisch, die Kreisel-Baustelle bis Ende Juli, spätestens jedoch bis August abschließen zu können.

Rund 1,9 Millionen Euro wird der Kreis am Ende gekostet haben. Straßen.NRW-Sprecher Andreas Berg ist aber überzeugt, dass es sich bei dem Projekt um eine gute Investition in die Verkehrssicherheit handelt „Das war ja seit Jahren eine Unfallhäufungsstelle“, sagte er über die bisherige Kreuzung, die nur mit einer Ampel versehen war, vor der die Fahrzeuge aus Richtung Plettenberg warten mussten. Auch die Firma VDM bekommen durch den Kreisverkehr „eine perfekte Anbindung“, fand er. „Dieser Kreisverkehr ist die optimale Lösung für diese Stelle“, sagte Berg.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Hinweise zum Kommentieren: Auf come-on.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.


Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.

Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare