„Großartige Idee“ zur Bewirtschaftung der Lenneterrasse bleibt geheim

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Die Paul-Seuthe-Terrasse soll umgestaltet und mindestens im Sommerhalbjahr eine Gastronomie mit Außenbereich am Fluss eingerichtet werden.

Werdohl - Wie sehen die Pläne für eine Bewirtschaftung der Lenneterrasse aus? Seit mehr als zwei Jahren wird dieses Thema politisch immer wieder mal diskutiert, die Stadtverwaltung hüllt sich zum Status quo aber weiterhin in Schweigen. „Es gibt keinen neuen Sachstand“, erklärte Bürgermeisterin Silvia Voßloh auf Anfrage unserer Zeitung, ohne weitere Details nennen zu wollen.

Was ist an der Lenneterrasse vorgesehen?

Ähnlich wie in Altena, wo ein gastronomisches Angebot deutlich zur Belebung des Lenne-Uferbereichs beigetragen hat, soll es auch in Werdohl mindestens im Sommerhalbjahr eine Gastronomie mit Außenbereich am Fluss geben.

Wie könnte ein solches Angebot aussehen?

Das ist der Öffentlichkeit nicht bekannt. Voßloh sprach Ende März dieses Jahres von einer „großartigen Idee“, die geheim gehalten werden solle, „weil wir Angst haben, dass uns dieses schöne Projekt von anderen Kommunen weggeschnappt wird, die mehr Geld haben als wir“. Im Juni erklärte Stadtplanerin Kathrin Hartwig im Rahmen der Diskussionsveranstaltung „Werdohler Gespräche“ allerdings, die Stadt habe noch keinen Plan und es sei noch nicht einmal geklärt, ob es ein Café am Wasser oder auf der Lenne geben soll.

Ist dies weiterhin der aktuelle Stand?

Auf Nachfrage unserer Zeitung bestätigte Voßloh in dieser Woche, den geheimen Plan nach wie vor vorantreiben zu wollen. Man habe weiterhin Kontakt zu möglichen Investoren, die das gastronomische Angebot ohne öffentliche Mittel auf die Beine stellen müssen. Derzeit gebe es aber Schwierigkeiten, Termine für Gespräche zu finden.

Ist die Politik an den Planungen beteiligt?

Laut Voßloh wurde die besondere Idee dem Rat in nicht-öffentlicher Sitzung zur Kenntnis vorgestellt. Unter den Parteien galt bislang eine interfraktionelle Übereinkunft, die Idee nicht öffentlich zu diskutieren. Im Juni hatte die SPD allerdings angekündigt, die „Geheimniskrämerei“ in Sachen Bewirtschaftung der Terrasse zu beenden und für die nächste Ratssitzung einen entsprechenden Antrag stellen zu wollen.

Warum ist der Antrag bislang nicht gestellt worden?

„Es gibt derzeit nichts, worüber wir diskutieren könnten, deshalb haben wir auf diesen Antrag verzichtet“, sagte Fraktionsvorsitzender Wilhelm Jansen auf Anfrage unserer Zeitung. Sobald es einen neuen Sachstand gebe, sei seine Partei aber weiterhin daran interessiert, diesen auch öffentlich zu diskutieren.

Was ist mit den bereits vorgestellten Plänen verschiedener Investoren?

Schon im September 2015 hatten sich mehrere Bewerber im Ausschuss für Umwelt- und Stadtentwicklung vorgestellt. Die Pläne reichten von einem hochwertigen Caféangebot mit Strandkörben im Außenbereich über eine Art Beach-Bar mit Palmen und Sand, bis hin zu einem Verkauf von Eis, Getränken und Kuchen unmittelbar an der Lenne. Diese vorgestellten Projekte der Investoren würden nicht weiter verfolgt, erklärte Voßloh. Gleiches gelte auch für die Ergebnisse eines studentischen Wettbewerbs zur Gestaltung der Gastronomie. Die Umsetzung sei schlicht nicht finanzierbar.

Wann könnte eine Gastronomie am Lenneufer eröffnen?

Wenn mit einem Investor eine Einigung erzielt sei, könne alles sehr schnell gehen. „Unser Wunsch ist es, zur nächsten Freiluftsaison ein gastronomisches Angebot an der Lenneterrasse zu haben“, sagte Silvia Voßloh. Ursprünglich sollte eine Bewirtschaftung der Terrasse schon in diesem Sommer erfolgen.

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