Griechische und italienische Ostern in Werdohl

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Nach griechischer Tradition werden zum Osterfest die Eier nur rot gefärbt. Das soll für das Blut stehen, das Jesus verloren hat. Zum Brechen der Schale werden die Eier aneinander geschlagen.

Werdohl - Ein Osterfeuer besuchen, Eier bunt färben oder anmalen und Schokoladenosterhasen verstecken – für die meisten Deutschen gehören bestimmte Traditionen einfach zum Osterfest dazu. Auch Menschen anderer Nationalitäten feiern in Werdohl – einige auf ihre Weise.

So ist Ostern in Griechenland ein großes Fest. Rosenmontag beginnt die Fastenzeit. „Es wird streng gefastet, weil es eine traurige Geschichte ist, um die es an Ostern geht“, sagt die Griechin Katerina Kavourtjiki. Ab dem Sonntag vor Karfreitag gehen die Griechen jeden Abend in die Kirche, so Kavourtjiki. Am Gründonnerstag trage der Pastor Jesus am Kreuz nach draußen. Dort könne er auch nachts besucht werden. Zudem würden Eier gefärbt. „Aber nur rot. Das steht für das Blut, das Jesus verloren hat“, erklärt Kavourtjiki.

Am Freitag werde viel gebetet. Die ganze Zeit über werde viel an Jesus gedacht. Samstagabend treffe sich Katerina Kavourtjiki mit ihrer Familie in Lüdenscheid. Dort werde fröhlich gefeiert, die Kinder tragen Kerzen, alle seien schick angezogen. Traditionell werde am Sonntagabend eine Ziege gegrillt. Zudem würden die Eier aneinander geschlagen, um sie zu öffnen.

Fehlen dürfe auch der Brotzopf aus süßem Teig nicht. Der Montag stehe dann wieder ganz im Zeichen der Familie. Für die kleinen Kinder, die am Samstag nicht mit nach Lüdenscheid könnten, gebe es eine heilige Messe, in der sie dann Kerzen tragen dürften.

Schinken wird in der Kirche gesegnet

Im Gegensatz zu Deutschland ist in Polen Karfreitag kein Feiertag. „Da gehen alle arbeiten“, sagt Anna Nowroth, die ihre Wurzeln in Polen hat. Der Freitag sei Fastentag, an dem es kein Fleisch gebe. Während die meisten Menschen nur Freitag fasten, verlängerten andere die Zeit bis Samstag. An dem Tag brächten die Menschen dann Speisen in die Kirche, um sie segnen zu lassen. Meist handele es sich dabei um gefärbte oder bemalte Eier und aus Biskuitteig gebackene Osterlämmchen oder Schinken.

Während der gesamten Feiertage werde festliches Essen serviert und schicke Kleidung getragen. Auch zum polnischen Osterfest würden Leckereien für die Kleinen versteckt. „Die Kinder müssen ja ihren Spaß haben“, sagt Nowroth. Zwei Wochen vor Ostern werde die Wohnung festlich geschmückt.

Schmuck ist in türkischen Familien nicht zu finden. Als Moslems feiern sie kein Osterfest. Einige schließen sich jedoch deutschen Familien an. So wie Sezai Akcam. Er feiert mit deutschen Freunden, dann gebe es auch Schokoosterhasen. Zum Essen werde Lammfleisch mit Salat und Gemüse zubereitet.

Salvatore, Anna und Sohn Alessio Fazio freuen sich schon auf ihr traditionelles Osterfest.

Auch Abdul Hameed und Nisar Malik aus Pakistan schließen sich gern deutschen Freunden oder Kollegen an. „Meist gehen wir Ostermontag gemeinsam essen“, erzählt Malik. Eigene pakistanische Veranstaltungen gebe es nicht. In Pakistan leben zwei Prozent Christen. An Ostern laden sie Nachbarn zu sich ein, sagt Malik. Dann würden saisonale Früchte, Nüsse oder Trockenfrüchte ausgetauscht. Der Hintergrund sei, dass nicht jedem jedes Essen schmecke. „Aber Früchte mögen alle gern“, so Malik. Für die Kinder gebe es Bonbons oder Spielzeug als Geschenk.

Spielzeug spielt auch in Italien eine Rolle. „Es gibt große Überraschungseier, die von den Familien selbst befüllt werden können“, erklärt Salvatore Fazio. Traditionell gebe es einen süßen Kuchen in Brezel- oder Puppenform, der mit gekochten Eiern bestückt werde.

Am Ostersonntag stehe eine kirchliche Prozession an. Um Mitternacht wasche und küsse der Priester zwölf Menschen, die er zuvor ausgesucht hat, die Füße. Eine liebgewonnene Tradition, die die Fazios auch in Werdohl pflegen, ist ein großes Familienpicknick am Ostermontag. „Jeder bringt Essen mit, es wird gesungen und getanzt. Das ist eine ganz alte Tradition in Italien“, sagt Salvatore Fazio. - Von Jana Peuckert

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