Griebsch sieht Musikschule als Pflichtaufgabe

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Die erst 23-jährige Geigerin Diana Tishchenko, aktuelle Musikstipendiatin der Märkischen Kulturkonferenz, präsentierte sich im Festsaal Riesei als virtuose und ausdrucksstarke Musikerin.

WERDOHL -   Einen Festsaal Riesei voller Tiere erlebten die Besucher am Sonntag beim Konzert des Märkischen Jugendsinfonieorchesters. Denn die musikalischen Botschafter Südwestfalens hatten ihr Konzert unter das Motto von Sergej Prokofjews „Peter und der Wolf“ gestellt.

Bürgermeister Siegfried Griebsch begrüßte die jungen Musiker, die „aus der Kulturlandschaft des Märkischen Kreises nicht mehr wegzudenken“ seien. Die Stadt Werdohl betrachte deshalb die Förderung der Musikschule Lennetal und darüber auch des Jugendorchesters auch weiterhin als Pflichtaufgabe. Dafür gab es energischen Beifall. Landrat Thomas Gemke wusste in seinem Grußwort zu berichten, dass das Orchester nirgendwo häufiger gastiere als in Werdohl.

Die jungen Musiker taten nach diesem warmherzigen Empfang alles, um die Bedeutung ihres Klangkörpers für die musikalische Nachwuchsförderung in Südwestfalen zu unterstreichen. Nachdem sie sich mit Francois-Joseph Gossecs Sinfonie D-Dur B86 warmgespielt hatten, präsentierte das Orchester den ersten Höhepunkt des Konzertes. Diana Tishchenko, aktuelle Musikstipendiatin der Märkischen Kulturkonferenz, spielte die Solovioline in Wolfgang Amadeus Mozarts Konzert für Violine und Orchester. Mozart komponierte dieses Werk mit 19 Jahren – in einem Alter, das nicht weit vom Durchschnittsalter des Jugendorchesters entfernt sein mochte. Zupackend und souverän begleitete Diana Tishchenko das von Thomas Grote engagiert geleitete Orchester in einem Werk, das Spielfreude und Fröhlichkeit ausstrahlte. Dass das technisch anspruchsvolle Mozart-Konzert für die junge Solistin eher eine Fingerübung darstellte, zeigte ihre Zugabe, in der sie ihre technischen Fertigkeiten an der Violine umfassend zeigte. Das Publikum bedankte sich beide Male mit langem und überaus verdientem Beifall – auch für das Orchester, das sich in den vergangenen Jahren zu einem hochklassigen Klangkörper entwickelte.

Vertraute und immer wieder gern gehörte Klänge gab es nach der Pause: Jean Sibelius’ „Valse triste aus der Bühnenmusik zu Arvid Järnefelts Drama Kuolema“.

Nach dieser melodiösen Einstimmung schlug die Stunde von Stephan Quandel. Nachdem er vorab bereits in die Werke des Konzerts eingeführt hatte, las er nun die gesprochenen Stücke von Sergej Prokofjews musikalischem Märchen „Peter und der Wolf“. Denn Vogel, Ente, Katze, Wolf, die Jäger und nicht zuletzt Peter und der Großvater sind zwar einzigartig präsent in Flöte, Oboe, Klarinette, Hörnern, Pauken, Streichern und Fagott, doch ganz ohne Sprache funktioniert die Geschichte vom Wolf, der die Ente frisst, eben doch nicht.

Nachdem der herumstreichende Peter den Wolf gefangen hatte und dieser mit lebenslanger Haft im Zoo bestraft worden war, gab es erneut langen Beifall für die jungen Musiker.

Von Thomas Krumm

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