Griebsch hat „sichtbare Spuren hinterlassen“

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Die frisch gewählten stellvertretenden Bürgermeister Dirk Middendorf (r.) und Andreas Späinghaus verabschiedeten Bürgermeister Siegfried Griebsch.

Werdohl -  Im feierlichen und würdigen Rahmen ist Dienstagabend Bürgermeister Siegfried Griebsch vom Rat verabschiedet worden. Auch von den politischen Schwergewichten Wilhelm Bettelhäuser und Cornelius Böttcher nahm die Stadtvertretung Abschied.

Mit einem respekterbietenden Schweigen um genau 17 Uhr begann die erste Ratssitzung der neuen Wahlperiode. Noch bevor Siegfried Griebsch zum allerletzten Mal die Sitzungsglocke schwang, verstummten für einen Moment alle, die an der öffentlichen Sitzung teilnahmen. Griebsch war gerührt und beeindruckt zugleich: „Eine Sternstunde. Danke.“ Kurz darauf löste sich die Stimmung mit fröhlichem Gelächter – kennzeichnend dafür, wie respektvoll und freundlich zugleich die Ratsmitglieder in der Vergangenheit miteinander umgegangen waren.

Schnell wurde es wieder förmlich, denn in geheimer Wahl mussten die beiden zukünftigen Stellvertreter der neuen Bürgermeisterin Silvia Voßloh gewählt werden. Dirk Middendorf (CDU) wurde mit 30 zu einer Stimme zum ersten Stellvertreter gewählt, Andreas Späinghaus (SPD) mit 31 Stimmen zum zweiten Stellvertreter. Voßlohs Ratsmandat galt noch bis Mitternacht, deshalb stimmte sie gestern mit ab. Ihr Nachrücker in den Rat, Uwe Nodes, hat erst seit Mitternacht Stimmrecht, wurde aber gestern dennoch – wie alle anderen neuen Ratsmitglieder auch – in das Amt verpflichtet.

Dann wurde es richtig feierlich. Bürgermeister Griebsch verabschiedete zwölf ausscheidende Ratsmitglieder mit zum Teil persönlichen Worten. Acht der zwölf nahmen gestern die Ehrenurkunde in Empfang, Uwe Kreikebaum (WBG), Daniela Springob (SPD) und Peter Werdes (CDU) fehlten entschuldigt. Thomas Janikowski, zuletzt fraktionsloser Ratsherr, hatte nicht auf die Einladung der Stadt reagiert.

Wilhelm Bettelhäuser (CDU) war seit 30 Jahren Ratsmitglied. Griebsch: „Lieber Willi, Du bist ein kommunalpolitisches Urgestein. Wir haben Dir viel zu verdanken.“ Größer fielen die Worte an Griebschs Parteifreund Cornelius Böttcher aus: „Du bist der bedeutendste Kommunalpolitiker in Werdohl der vergangenen 25 Jahre gewesen.“ Zu Gottfried Brinkmann (WBG, fünf Jahre im Rat) meinte Griebsch: „Du warst ein objektiver Berater.“ Verabschiedet wurden auch Ulrike Jadzewski (CDU, zehn Jahre im Rat und Vorsitzende des Integrationsausschusses), Heike Mertens (WBG, fünf Jahre, Sportausschussvorsitzende), Willibald Mertens (WBG, fünf Jahre, Fraktionsvorsitzender), Friedrich-Wilhelm Middendorf (WBG, fünf Jahre) und Björn Walocha (SPD, fünf Jahre.)

Griebsch selbst wurde von seinen Stellvertretern verabschiedet. Middendorf wie auch Späinghaus kennzeichneten Griebschs Amtszeit als vom Stadtumbau geprägt. Middendorf sagte, Griebsch habe mit Leidenschaft und Augenmaß „dicke harte Bretter“ gebohrt. „Du hast vieles richtig gemacht, man sieht es, wenn man durch die Stadt geht.“ Späinghaus drückte sich ähnlich aus: „Deine Arbeit ist im wahrsten Sinne des Wortes in dieser Stadt sichtbar.“ Griebsch sei auch ein „guter SPD-Bürgermeister“ gewesen. Als nicht ganz ernst gemeintes Abschiedsgeschenk überreichte Späinghaus Griebsch eine frische Frikadelle – Eingeweihte wissen wohl um diese Vorliebe des Ratsvorsitzenden. Auch die vier Fraktionsvorsitzenden überreichten Geschenke.

Kurz und ohne viel Aufhebens um seine Person bedankte sich Griebsch für diese Ehrerbietung: „Ich gehe mit etwas Wehmut, herzlichen Dank.“

Von Volker Heyn

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