Griebsch auf einer Linie mit Enervie

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Der markante Kühlturm am Kraftwerk Elverlingsen: Die Enervie droht mit Stilllegung des Standortes.

WERDOHL - Die Androhung der Enervie-Gruppe, auch das Kraftwerk Elverlingsen Ende nächsten Jahres vom Netz zu nehmen und abzuschalten, traf bei Bürgermeister Siegfried Griebsch auf ein gewisses Verständnis. „Ich bin auf einer Linie mit der Enervie, wenn gefordert wird, die Steinkohleverstromung wirtschaftlich zu finanzieren“, so Griebsch, der auch im Beirat des Energieversorgers sitzt.

Griebsch hatte erst gestern durch den Anruf unserer Zeitung von der Drohung der Enervie gehört, alle Gas- und Kohlekraftwerke abschalten zu wollen. Der Mark-E-Nachfolger hat bei der Bundesnetzagentur den kompletten konventionellen Kraftwerkspark mit rund 1300 Megawatt Gesamtleistung zur Stilllegung beantragt. Der Enervie-Vorstand begründet diesen dramatischen Schritt mit der Unwirtschaftlichkeit diese Kraftwerke. Aufgrund politischer Entscheidungen zugunsten erneuerbarer Energien sei eine „massive Fehlsteuerung der Energiemärkte“ entstanden. Enervie fahre pro Jahr 30 Millionen Euro Verluste durch die Kraftwerke ein, das könne so nicht weitergehen.

Für den Werdohler Bürgermeister ist das eine „logische Geschichte“: Die Rahmenbedingungen für die klassischen Energieerzeuger würden immer schlechter, die Gas- und Steinkohlekraftwerke würden im „Regen stehen gelassen“. Griebsch: „Wenn es Hagen, Herdecke und Elverlingsen nicht mehr gibt, geht in ganz Südwestfalen das Licht aus.“ Das sei schlicht und einfach undenkbar. Von daher müsse Enervie eine marktgerechte Bezahlung der Energieerzeugung verlangen. Griebsch zu der angekündigten Stilllegung: „Wenn man sonst nicht gehört wird, muss man sich eben auf so dramatische Weise Gehör verschaffen.“

Von Volker Heyn

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