Bilder eines geheimnisvollen "Malweibs" im Kleinen Kulturforum

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Moritz-Adolf Trappe (links) hielt den Einführungsvortrag anlässlich der Ausstellungseröffnung zum Werk der Werdohler Malerin Grete Brüninghaus.

Werdohl - Auf große Resonanz stieß am Sonntag die Vernissage zur Ausstellung über die Werdohler Künstlerin Grete Brüninghaus im Kleinen Kulturforum. Immer wieder mussten Stühle nachgestellt werden, um allen kunstinteressierten Besuchern einen Platz bieten zu können.

Vielleicht lag es ja auch daran, dass über die im Jahr 1876 geborene Malerin so wenig bekannt und ihr Name von den gleichnamigen Stahlwerken überlagert wird.

„Am Ende bleibt Grete Brüninghaus das, was sie war: unnahbar und geheimnisvoll, aber hoffentlich nicht vergessen.“ So schloss der Kunstwissenschaftler Moritz-Adolf Trappe seinen Einführungsvortrag über das so genannte „Malweib“.

Gegen alle Konventionen der Zeit

Dieser Begriff ist dem Umstand geschuldet, dass die aus einer großbürgerlichen Familie stammende Frau nicht nur ledig und kinderlos blieb, sondern auch eine künstlerische Laufbahn einschlug und damit alles andere als den Konventionen der damaligen Zeit entsprach. Stattdessen knüpfte sie Kontakte nach Berlin, Paris und zur Künstlerkolonie in Worspwede.

„Wir können ihr einerseits einen großen Freigeist unterstellen, andererseits passt dies nicht mit ihrer Affinität zum Nationalsozialismus zusammen“, so Trappe. Der Aufenthalt in Worpswede ist auf den Sommer 1915 datiert und sei „ein unverhoffter Glücksfall“. Aus dieser Zeit sind zwei in Öl- und Pastellfarben überlieferte Bilder erhalten, die nun ihren Weg in die Ausstellung gefunden haben.

Erste Ausstellung seit fast 50 Jahren

Die Werkschau im Kleinen Kulturforum ist auch aus dem Grund bemerkenswert, weil es seit 1971 keine derartige Veranstaltung mehr gegeben hat. Damals fand, nur vier Jahre nach ihrem Tod, eine Gedächtnisausstellung in der seinerzeit privaten Galerie „Der Rahmen“ in Lüdenscheid statt. Sie wurde von dem kürzlich verstorbenen ehemaligen Werdohler Fabrikanten Martin Bienefeld kuratiert.

„Das Gesamtwerk von Grete Brüninghaus bleibt überschaubar. Und auch wenn die frühen Skizzen auf ein vorhandenes Talent hindeuten, blieb doch die Notwendigkeit einer angeleiteten Ausbildung“, so Moritz-Adolf Trappe. Ihre Stärken lagen später im Porträt und in der Landschaftsmalerei.

Die insgesamt 41 Werke sind noch bis zum 17. März, immer sonntags zwischen 10 und 12.30 Uhr, im Kleinen Kulturforum zu sehen.

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