Grandioser Auftritt

Rob Tognoni entlockte seiner Gitarre unfassbare Töne, begleitet vom irren Slapping des Bassisten Frank Lennartz. ▪ Koll

WERDOHL ▪ Das Gitarrensolo ist höllisch laut. Die unglaubliche Energie des 49-jährigen Rob Tognoni überträgt sich am späten Donnerstagabend auf das Publikum im Alt Werdohl. Dieses feiert den Australier, der Vergleiche mit den verstorbenen Übergrößen Rory Gallagher und Stevie Ray Vaughan keineswegs scheuen muss. Und der Gitarrist sinkt, während er in rasantem Tempo weiter spielt, auf seine Knie.

Dann plötzlich pendelt das Gitarrenspiel des Saitenvirtuosen hinüber ins andere Extrem. Es folgt eine sehr filigrane Passage. Die berühmte herunter fallende Nadel würde jetzt das Publikum zu Tode erschrecken. Tognoni freut sich offenbar – grinsend wie ein Lausbengel – über die verblüfften Gesichtsausdrücke der Zuschauer.

Der Instrumentalist ist die Vielseitigkeit in Person. Neben eigenen Power-Blues-Rock-Stücken spielt er Rock 'n' Roll, Boogie Woogie und dann auch die Punk-Hymne „My my, hey hey (Out of the Blue)“ von Neil Young.

Auch seine beiden (deutschen) Mitstreiter sind ausgesprochene Könner ihres Fachs: Bassist Frank Lennartz betreibt mit fliegendem Daumen ein Slapping auf seinen Saiten, das halsbrecherisch wirkt.

Drummer Mirko Kirch holt aus einem sparsam ausgerüsteten Schlagzeug irrsinnige Trommelwirbel heraus, die selbst den Mann an den Fellen einer Death-Metal-Combo ins Schwitzen bringen würden.

Immer wieder brandet – auch mitten in den Stücken – Applaus auf. Selbst Wirt Pöngse steht nur noch selig grinsend hinter seiner Theke. Die Fans im Saal schauen erstaunt bis verwirrt und stammeln „Grandios!“ Und genau das ist es auch, was dieses Trio auf die Bühne bringt. ▪ Michael Koll

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