Ventilatoren, Eis und kurze Ärmel

32 Grad im Büro - So wehren sich Arbeitgeber gegen die Rekordhitze

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Jürgen Brill und Özlem Demirci behelfen sich mit einem gelegentlichen Eis und Ventilatoren an den Arbeitsplätzen (hier rechts).

Werdohl - Die Krawatte lockern, raus aus den dicken Schuhen, rein in die luftigen Sandalen – die Sommerhitze ist zurück. Doch während Schüler in der Ferienzeit das warme Wetter an einer der Bade-Talsperren oder beim Eisessen verbringen dürfen, müssen andere im Büro schwitzen.

Denn luftige und insbesondere kurze Kleidung ist noch lange nicht überall erlaubt. Vor allem bei Banken und in manchen Unternehmen herrschen oft strenge Dresscodes. Aber: Einige Chefs lockern die Regeln. Und andere stellen erst gar keine mehr auf.

Wie sieht es bei der Sparkasse aus?

„Gibt es“, beantwortet Sparkassen-Sprecher Tomislav Majic die Frage, ob es bei der Vereinigten Sparkasse im Märkischen Kreis, zu denen auch Werdohl zählt, eine Aufweichung des Dresscodes wegen der hohen Temperaturen gebe. Seine Info an die Sparkassen-Mitarbeiter: Eine Krawatten-Pflicht gibt es diese Woche nicht. Und auch auf das Sakko und das langärmlige Hemd dürfen die Angestellten in den Filialen, die der Vereinigten Sparkasse im Märkischen Kreis angehören, verzichten: „Kurze Ärmel reichen“, sagt Majic.

„Anders geht es auch nicht. Wenn ich hier gerade auf mein Thermometer gucke: Ich habe 29,6 Grad – im Büro.“ Auch Jürgen Brill, Marktbereichsleiter bei der Sparkasse Werdohl, kann die hohen Temperaturen im Büro bestätigen: „Der Tagesrekord am Mittwoch lag bei 32 Grad. Da macht das Arbeiten nicht mehr ganz so viel Spaß; aber es hilft ja alles nichts.“ Nicht zuletzt sei für die hohen Temperaturen in der Sparkasse die alte Gebäudetechnik verantwortlich.

„Wir haben hier keine Klimaanlage und leider ist der Bau dann auch wieder nicht so alt, dass dicke Außenwände die Hitze abhalten würden. Und die vielen Fensterflächen begünstigen, dass die Sonne die Räume aufheizt.“ Um Abhilfe zu schaffen, kleiden sich die Mitarbeiter in der Werdohler Sparkassenfiliale nicht nur luftiger, sondern haben auch Ventilatoren an allen Arbeitsplätzen aufgestellt. Zusätzlich gibt es kalte Getränke und „hin und wieder geht auch mal jemand Eis holen“, so Brill.

Normalerweise gilt bei der Sparkasse der Business-Look, also Anzug und Krawatte bei Männern, Hosenanzug oder Business-Kleid bei Frauen. Die Damen haben es in der Hinsicht bei warmen Temperaturen nicht unbedingt einfacher, aber sie haben mehr Spielraum. Allein die Mode gibt deutlich mehr Variationsmöglichkeiten her. Denn etwa kurze Anzughosen sind für Männer nicht vorgesehen – „auch bei der Sparkasse nicht“, sagt Jürgen Brill.

Er verzichtet auf die Krawatte und langärmlige Hemden. „Die meisten nehmen das Angebot gerne an und lassen die warme Kleidung zu Hause im Schrank.“ Die Kunden störe das keineswegs. Denn: „Wir sind ja immer noch schick angezogen“, betont Beraterin Özlem Demirci, die die Kunden in Werdohl am ventilator-gekühlten Schalter bedient.

Und wie ist es bei der Volksbank?

Die Volksbank in Südwestfalen, zu der Werdohl gehört, dagegen hat den Krawattenzwang vor einigen Jahren generell abgeschafft, wie Thomas Sommer von der Marketingabteilung sagt. „Das ist eine sehr angenehme Sache.“

Zwar sei auch bei der Volksbank nach wie vor der Business-Dresscode angesagt, „aber nicht mehr ganz so streng wie es noch vor einigen Jahren der Fall war“. Dennoch: Sandalen oder gar Flip-Flops seien für Männer und Frauen tabu. „Wobei es inzwischen immer mehr leichte Modelle gibt, die business-tauglich sind.“

Business-Dresscode auch im Rathaus?

Lockerer geht es bei der Stadtverwaltung zu. Denn im Rathaus ist die Kleiderordnung allgemein nicht vorgeschrieben, wie Fachbereichsleiter Michael Grabs sagt. „Es gibt keinen Dresscode in dem Sinne, deshalb mussten wir ihn auch nicht lockern.“

Trotzdem solle die Kleidung natürlich seriös und amtsangemessen aussehen: „Das Erscheinungsbild muss schon passen; nicht dass die Kunden denken, sie wären im falschen Gebäude.“

Im Gegensatz zu einigen anderen Arbeitgebern erlaubt die Stadt kurze Hosen auch bei Männern – solange die Seriosität dadurch nicht beeinträchtigt wird. Kürzere Kleidung und auch Sandalen, um luftig durch die heißen Tage zu kommen, seien also grundsätzlich kein Problem.

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