Grabplatte an Bauminsel im Alten Dorf abgelegt

Werdohl - Gisela Eckhardt aus Ütterlingsen ist 79 Jahre alt, hellwach und topfit. So fiel ihr sofort auf, dass sich unter dem Laub an einer Bauminsel im Alten Dorf etwas Ungewöhnliches befand. Richtig: Die Grabplatte von der 1968 verstorbenen Maria Stolte gehört da wohl nicht hin.

Eckhardt liest schon seit ewigen Zeiten den Süderländer Volksfreund, und da die Redaktion nur ein paar Schritte weit weg vom Fundort der Grabplatte liegt, wusste sie gleich, an wen sie sich wenden wollte. Die Rentnerin war eigentlich auf dem Weg durch die Gasse von der Volksbank ins Alte Dorf, um zu Blumen Fromm zu gehen. „Da sah ich auf einmal diesen dunklen Stein im Laub der Eichen“, erzählte sie anschließend.

Gisela Eckardt aus Ütterlingsen fand die Grabplatte gestern auf ihrem Weg zum Blumenhändler.

Tatsächlich dürfte die Grabplatte dort nicht allzu lange liegen. Das Laub darunter ist nur etwas platt gedrückt, ein paar Krabbeltiere suchten Zuflucht darunter, aber die Vermoderung hatte noch nicht einmal begonnen. Allzu schwer ist die Platte auch nicht, jetzt liegt sie in der Redaktion des SV. Die Platte ist schlicht gehalten und trägt außer einem Kreuz nur den Namen der Verstorbenen, das Geburts- und das Sterbedatum. Eckhardt überlegte, ob es sich wohl um einen Stein aus dem Bereich der ehemaligen Kilianskirche handeln könnte. Ganz offensichtlich wurde er aber einfach nur ins Laub gelegt.

„Stolte ist jedenfalls ein alter Werdohler Name“, weiß die 79-Jährige. Sie selbst wohne seit 1938 in Werdohl und schon seit mehr als 40 Jahren in Ütterlingsen. Sie kann sich noch gut an ihre Besuche als Kind bei ihrer Tante an der Goethestraße erinnern. „Da haben wir immer aus dem Küchenfenster genau hierhin gucken können“, erinnert sie sich.

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