„Grabenkämpfe beenden zum Wohle Werdohls“

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Die FDP kritisierte Janikowskis NPD-Äußerungen. ▪

WERDOHL ▪ „Das ist die größtmögliche Entgleisung, die ich in 31 Jahren Kommunalpolitik gehört habe“, bewertete FDP-Ortsverband-Vorsitzender Jürgen Neumann den umstrittenen NPD-Vergleich des zurückgetretenen WBG-Vorsitzenden Thomas Janikowski. Friedhelm Hermes, Fraktionsvorsitzender der Partei im Werdohler Rat, rief im Hinblick auf die Diskussion um einen Friedwald die anderen Ratsparteien dazu auf, keinen Fraktionszwang auszuüben.

Abgesehen von diesen beiden eindeutigen Positionen blieb der Ortsparteitag der FDP am Dienstagabend in der Gaststätte Das Trio frei von „parteipolitischem Geplänkel“, wie Hermes es nannte. „Wir sollten die Grabenkämpfe beenden zum Wohle Werdohls“, versuchte er einigend zu wirken. Das Reizwort „Schule“ vermieden er wie auch Neumann an diesem Abend dabei nach Kräften.

Neun der aktuell 24 Werdohler Parteimitglieder waren zur Versammlung erschienen. Vor Jahresfrist hatte die Partei in Werdohl lediglich 23 Beitragszahler. Dr. Anne Hermes war entschuldigt, da zeitgleich der Kreisvorstand tagte. Wolfram Dorn jedoch gehörte zu den Gästen. Seit 1948 ist er Mitglied der Werdohler Liberalen, seit 1998 als Ehrenvorsitzender des Ortsverbandes. Immer wieder lockerte der Ex-Bürgermeister, der mittlerweile in Halver wohnt, mit altbekannten Anekdoten den anderthalbstündigen Abend auf.

Dieser begann damit, dass der Vorsitzende der neu angetretenen freidemokratischen Jugendorganisation Julis, Alexander Lilienbeck, von der jüngst erfolgten Gründung des Verbandes berichtete. Er kündigte an, dass die Julis Plettenberg-Werdohl für den 16. Juli auf dem Gelände von Schauerte in Plettenberg ein Konzert zum Thema Integration organisieren wollen. Dieses solle ausdrücklich der Mitgliederwerbung dienen. Lilienbeck erhofft sich 500 Zuschauer. Die Bands, die auftreten sollen, stehen erst zum Teil fest: Epizentrum, Hip-Hopper aus Plettenberg, werden dabei sein. Die Einnahmen der Veranstaltung sollen der Weißen Rose, einer Stiftung zum Wohle von Opfern rechter Gewalt, zugehen, so die Planung.

Beim anschließenden Rechenschaftsbericht von Neumann ging es zunächst um die Verlegung der MVG-Haltestellen während des Umbaus des Bahnhofes. Die FDP sei die einzige Fraktion im Rat, die sich um dieses Problem gekümmert habe. Auch sei sie, so der Vorsitzende weiter, die einzige Partei, die die Entwicklung an der Neustadtstraße nicht gutheiße. Neumann: „Zuletzt hat dort wieder ein Friseur seinen Pachtvertrag gekündigt, ausdrücklich, weil dort Fußgängerzone ist.“ Weiterhin trage die, auf Initiative der Freidemokraten installierte Beleuchtung an der Lennepromenade „zu einem bewussten Leben der Werdohler mit ihrem Fluss“ bei.

Fraktionschef Hermes lobte dann in seinem Redebeitrag den Stadtumbau West wie auch die Umgestaltung des Bahnhofes, die im Mai starte. Auch begrüßte er eine mögliche Neuansiedlung im ehemaligen Minimal-Gebäude am Bahnhof.

Schließlich hob der Fraktionsvorsitzende hervor: „Auch in Ütterlingsen tut sich Dank der Woge was.“ Auch die heimischen Unternehmen – namentlich nannte er Vossloh – entwickelten sich zudem gut. Letztlich betonte Hermes die gute Zusammenarbeit seiner Partei mit der SPD, auch wenn sie im Rat nicht immer gleich abstimmen könnten.

In seiner Funktion als FDP-Schatzmeister führte Friedhelm Hermes im Anschluss aus, dass die Partei in den zurückliegenden zwölf Monaten – aufgrund von Wahlkämpfen – ein kleines Minus in der Kasse hinnehmen musste.

Als Delegierter für den Kreishauptausschuss wurde Stefan Sensenschmidt gewählt, Ersatzdelegierter wurde Friedhelm Hermes.

Michael Koll

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