Gremien tagen noch

Präsenzgottesdienste: Noch keine Entscheidung

Damit sich die Gläubigen während der Gottesdienste nicht mit dem Coronavirus infizieren können, haben die Verantwortlichen der Gemeinde Hygienekonzepte erarbeitet. Im November des vergangenen Jahres haben Pfarrer Dieter Kuhlo-Schöneberg aus Neuenrade und Kirchmeister Ralf Bohnert, Acrylglasscheiben präsentiert, die zum Schutz der Menschen montiert wurden.
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Damit sich die Gläubigen während der Gottesdienste nicht mit dem Coronavirus infizieren können, haben die Verantwortlichen der Gemeinde Hygienekonzepte erarbeitet. Im November des vergangenen Jahres haben Pfarrer Dieter Kuhlo-Schöneberg aus Neuenrade und Kirchmeister Ralf Bohnert, Acrylglasscheiben präsentiert, die zum Schutz der Menschen montiert wurden.

Noch ist nicht entschieden, ob es in Werdohl und Neuenrade an den Osterfeiertagen Präsenzgottesdienste geben wird.

Bund und Länder wollen die Religionsgemeinschaften darum bitten, religiöse Versammlungen an den Osterfeiertagen nur virtuell durchzuführen. Auch diese Maßnahme ist im Rahmen des Corona-Gipfels von Bund und Ländern am Montagabend beschlossen worden. Der Verzicht auf Präsenzgottesdienste könne mit dazu beitragen die massive Infektionsentwicklung zu stoppen, hieß es.

Der Pressesprecher der Deutschen Bischofskonferenz, Matthias Kopp, erklärte am Dienstag in einer ersten Reaktion, die Ankündigung der Politik komme für die Bischöfe „ohne jede Vorwarnung“. Er kündigte entsprechende Beratungen innerhalb der Kirche sowie mit den beteiligten Politikern an.

Auch vor Ort zeigte sich Pater Kamil Pawlak überrascht, dass es an den Feiertagen keine Gottesdienste in den katholischen Kirchen in Werdohl und Neuenrade geben soll. „Es ist schwierig, den Menschen in einer solchen Situation, in der viele bereits unzufrieden mit der politischen Führung sind, auch noch diesen Hoffnungsschimmer zu nehmen“, stellte der Pfarrer fest.

Ohnehin seien die Gottesdienstbesucher sehr vorsichtig und würden alle Regeln beachten, die sie vor einer Ansteckung mit dem Virus schützen könnten. „Und viele kommen aus Angst vor der Krankheit sowieso nicht mehr in die Kirche“, stellte der Seelsorger fest.

Wie es nun weitergehen soll, müsse der Krisenstab entscheiden, in den Mitglieder des Kirchenvorstands und des Pfarrgemeinderates St. Michael eingebunden seien. Er wolle dieser Entscheidung keinesfalls vorgreifen. „Diese Sitzung war eigentlich auf Montag terminiert, doch dann wurde die Bund-Länder-Konferenz auf diesen Tag gelegt“, berichtet der Franziskanerpater. Deren Entscheidungen und Überlegungen habe der Krisenstab aber abwarten wollen. „Jetzt werden wir am Mittwoch tagen“, berichtet der Geistliche.

In der Evangelischen Gemeinde in Neuenrade werde man dagegen nicht so zeitnah beraten, erzählte Monika Schöneberg, Ehefrau von Pfarrer Dieter Kuhlo-Schöneberg. „Ursprünglich war auch für die Osterfeiertage geplant, dass unter einer Inzidenz von 200 Präsenzgottesdienste stattfinden. Dabei ist immer der Dienstag vor dem jeweiligen Wochenende ausschlaggebend“, sagte Monika Schöneberg. Da diese Zahl für den Märkischen Kreis am Dienstag bei 215 lag, würden folglich am kommenden Wochenende alle Präsenzveranstaltungen in der evangelischen Kirche in Neuenrade ausfallen. Wie es an den Osterfeiertagen aussieht, darüber werde das Presbyterium am Dienstag, 30. März, entscheiden.

Für die Evangelische Gemeinde in Werdohl soll sich bereits morgen entscheiden, ob die Gläubigen an den Feiertagen im Gotteshaus zusammenkommen können. Eine virtuelle Sitzung des Presbyteriums sei geplant, sagte Pfarrer Dirk Grzegorek. Dann solle nicht nur über Ostern, sondern über den gesamten Monat April entschieden werden. Auch über die Vorgehensweise im Folgemonat Mai wolle man bei dieser Gelegenheit bereits sprechen. Mit Blick auf die Überlegungen in der Bund-Länder-Konferenz stellte Grzegorek fest: „Mich wundern im Moment nur noch sehr wenige Dinge.“

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