Gottesdienst-Strukturierung besonders dringlich

Kuno Klinkenborg war Moderator beider Werkstatt-Tage zur Erstellung des Gemeindekonzeptes.

WERDOHL ▪ Die evangelische Kirchengemeinde Werdohl soll auf einen „verheißungsvollen Weg“ gebracht werden. Diese Losung wurde Ende August 2009 ausgegeben. Spätestens 2013 will sich die Gemeinde neu und verbessert aufstellen. Um dieses Ziel erreichen zu können, haben mittlerweile zwei Werkstatt-Tage stattgefunden, deren Ergebnisse unter Einbeziehung finanzieller und personeller Überlegungen und Betrachtung der demographischen Situation letztlich zu einem tragbaren Konzept führen sollen.

Das allerdings „ist noch ein zäher und langwieriger Prozess“, wie Pfarrer Dirk Grzegorek es dieser Tage formulierte. Alle Beteiligten seien jedoch weiterhin stark motiviert. Um den Horizont noch zu erweitern, will sich die für die Projektgruppen gebildete Steuerungsgruppe noch über andere, schon bestehende Gemeindekonzepte informieren.

Dabei schien der Anfang für Werdohl noch einfach. Beim ersten Werkstatt-Tag im August letzten Jahres waren ein Leitsatz, ein Leitbild und ein Konzept mit vier Säulen – Diakonie, Gemeinschaft, Mission und Gottesdienst – entwickelt worden. Während des zweiten Werkstatt-Tages im Februar 2010 sollten dann auf dieser Basis erneut unter der Moderation von Pfarrer Kuno Klinkenborg vom Amt für missionarische Dienste konkrete Projekte und Maßnahmen angestoßen und beschlossen werden.

Das ist passiert. Was die seinerzeit sechs gebildeten Arbeitskreise einen Tag lang an Gedanken und Vorschlägen erarbeitet hatten, stand unter der Vorgabe „zielführend, machbar und dringlich“ und wurde schließlich von Klinkenborg als „umsetzbar“ bewertet.

Vorerst auf der Strecke geblieben sind nach Lage der Dinge und der aktuellen Bewertung zwei von den sechs Themenfeldern – neben dem Gesamtkomplex Mission auch der Bereich, der unter dem Stichwort „Förderung der Jugendarbeit“ angesprochen worden war. Zumindest hier hat man zu der Erkenntnis gefunden, dass das vorhandene Angebot in der Stadt Werdohl kaum Raum für zusätzliche Maßnahmen lassen werde.

Geblieben sind die Schwerpunkte „Gottesdienstlandschaft“, „Hilfezentrum“, „Zusammenarbeit mit der evangelischen Grundschule“ und „Gebetsnetzwerk“ – Themen, „die wir auf einen guten Weg gebracht haben“, wie Pfarrer Grzegorek es einschätzt.

Was die Schaffung eines zentralen Werdohler Hilfezentrums betrifft, so ist „noch nichts wirklich spruchreif“, so der Evekinger Pfarrer. Lediglich eines scheint festzustehen: Bei der Sichtung der in Frage kommenden Immobilien in zentraler Stadtlage fällt eine Nutzung der ehemaligen Post an der Freiheitstraße flach. Das Platzangebot scheint zu gering, wenn in einem solchen Hilfezentrum – in Kooperation mit dem Diakonischen Werk – verschiedene Angebote vorgehalten werden sollen.

Fortschritte gibt es nach Grzegoreks Worten auch im Hinblick auf die Zusammenarbeit mit der evangelischen Grundschule. Die angestrebte Verzahnung von Schule, evangelischen Kindergärten und der Gemeindebezirke sei möglich. Nach den Ferien – der genaue Zeitpunkt wurde noch nicht genannt – könnten schon Ergebnisse vorgelegt werden.

Auch das Thema „Gebetsnetzwerk“ bleibt im Fokus. Zwar gibt es so etwas in Werdohl schon, aber beim Werkstatt-Tag im Februar war festgestellt worden, dass es noch nicht so recht funktioniert. Die Bedeutung und Wichtigkeit des Gebetes soll hervorgehoben werden. Wie das unter den selbst gewählten Vorgaben funktionieren kann, soll bis März 2011 beantwortet werden.

Am dringlichsten ist für Pfarrer Grzegorek das, was in der Projektgruppe „Gottesdienst“ passiert. Dort geht es um grundsätzliche, künftige Strukturen, die verändert werden könnten oder bei denen eine Veränderung problematisch sein könnte. Zeiten (auch nachmittags oder abends), Inhalte und Formen (Tradition und/oder moderne Gestaltung) sollen überprüft werden – in Verbindung mit der Frage: „Wie erreichen wir die Menschen?“

Um auch hier den Blick zu erweitern, „wollen wir auch Gottesdienste in anderen Orten besuchen und sehen, was wir dort lernen können“, so Grzegorek. Im Zusammenhang mit der Arbeit dieser Projektgruppe ist auch ein Eckpunkt von besonderer Bedeutung: Ab Januar 2012 stellt sich die Gottesdienst-Landschaft in der evangelischen Gemeinde in Werdohl völlig neu dar. Pfarrer Martin Kämper geht in Pension – es bleiben nur noch drei hauptamtliche Geistliche.

Bis 2013 haben sich – wie eingangs erwähnt – die Verantwortlichen Zeit gegeben, um das Gemeindekonzept klar definiert zu erstellen. Möglich scheint nach einer Andeutung von Dirk Grzegorek, dass dieser Prozess deutlich schneller abgeschlossen wird. Danach könnte es sein, dass die Gemeindeglieder über den Stand der Dinge schon etwa im Dezember 2010 informiert werden. Zuvor aber werden noch diverse Treffen der Arbeitskreise bzw. der Steuerungsgruppe stattfinden, bevor das Gemeindekonzept druckreif ist und auch in gestalterisch ansprechender Form präsentiert werden kann.

Rainer Kanbach

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