Plakat als Abschiedsaktion für Judith Heilmaier

+
Gleichstellungsbeauftragte Judith Heilmaier und Marco Malcherek-Schwiderowski vom ASD mit dem Plakat, das Möglichkeiten zur Kontaktaufnahme bei häuslicher Gewalt in Familien aufzeigt.

WERDOHL ▪ Sozusagen als Abschiedsaktion präsentierte Gleichstellungsbeauftragte Judith Heilmaier gestern gemeinsam mit dem Jugendamt ein Plakat, das auf Kontaktstellen bei häuslicher Gewalt hinweist.

Von volker Heyn

Heilmaier hatte zuletzt 12 Wochenstunden für die Gleichstellungsarbeit, ab Januar übernimmt sie diese Arbeit in voller Stelle in ihrer Heimatstadt Iserlohn. Bei der Werdohler Stadtverwaltung wird die Pflichtaufgabe der Gleichstellung zunächst von Heilmaiers Vertreterin Sandra Koch übernommen. Koch ist Leiterin der Kita Wunderkiste in Ütterlingsen. Der zukünftige Stundenumfang für die Aufgabe wird bei einer halben halben Stelle liegen, so „Personalchef“ Michael Grabs von der Stadtverwaltung. Der Umfang läge dann etwa bei maximal 9,5 Stunden. Damit könne der Pflichtbereich gut abgedeckt werden, wie viel Zeit für Sonderaufgaben übrig bleibe, müsse sich ergeben. Weil in manchen Abteilungen im Rathaus freiwillige Aufgaben wegfallen werden, könnte das Stundenkontingent so bei einer Mitarbeiterin angesiedelt werden. Grabs: „Es gibt auch schon Kolleginnen, die Interesse gezeigt haben.“

Heilmaier zog gestern eine Bilanz der jüngsten Veranstaltungsreihe des Runden Tischs gegen häusliche Gewalt im Märkischen Kreis mit Diskussionen und Vorträgen in Werdohl und Plettenberg. Aus der Vortragsveranstaltung mit der Referentin Ute Rösemann für Fachleute habe Heilmaier Ideen mitgenommen. Mit den vorhandenen Flyern mit Hilfestellungen würden betroffene Frauen nicht erreicht. „Von häuslicher Gewalt bedrohte Frauen stecken sich nicht einen Informationszettel in die Handtasche“, so Heilmaier. So entstand die Idee, die Kontaktadressen auf Plakate zu drucken und die an Frauen zugänglichen Orten aufzuhänge. „Auf Damentoiletten zum Beispiel“, meint Heilmaier, durchaus im Ernst. Gemeinsam mit dem Jugendamt hat Heimaier die Plakate „Jede und Jeder hat das Recht auf ein gewaltfreies Leben“ hergestellt, jetzt sollen sie bei Ärzten, Beratungsstellen, Kindergärten und anderen öffentlichen Orten aufgehängt werden. Wer so ein Plakat aufhängen möchte, wendet sich an das Jugendamt unter Tel. 0 23 92/917 258.

Die Veranstaltung für Schülerinnen zum Thema „Recht auf freie Partnerwahl“ sei ebenfalls sehr erfolgreich gewesen, meint Heimaier. „Das ist viel mehr ein Thema als man glaubt“, habe sie aus diesen Gesprächen mitgenommen. Als Abschiedsgeschenk habe sie daraufhin das Buch „Handbuch Kinder und häusliche Gewalt“ von Barbara Kavemann und Ulrike Kreyssig angeschafft und es der Stadtbücherei zur Ausleihe zur Verfügung gestellt.

Dass Gewalt gegen Frauen und Mädchen in Familien zum Alltag der Arbeit des Allgemeinen Sozialdienstes gehört, bestätigte Marco Malcherek-Schwiderowski vom Jugendamt.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das Login-Formular anmelden.


Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.

Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare