Ausschreibung läuft bis zum Sommer

Werdohl 2022: Glasfaser bis ans Haus - aber nicht überall

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Dieses Gebäude liegt als letztes Haus Richtung Plettenberg gerade eben noch auf Werdohler Stadtgebiet. In der Lothmecke heißt die kleine Straße am äußersten Stadtrand und ist naturgemäß ein unterversorgtes Gebiet in Sachen schnelles Internet. Eine realistische Chance auf Förderung für den Breitbandausbau haben die Bewohner allerdings nicht.

Werdohl - Bis spätestens 2022 sollen bislang unterversorgte Haushalte in Werdohl über Glasfaser-Anschluss verfügen. Aber auch danach wird es noch weiße Flecken auf der Internet-Landkarte geben.

Über das Vorankommen der Initiative für schnelles Internet in Werdohl informiert die Stadtverwaltung jetzt auch auf der eigenen Homepage. Mitte des Jahres dürfte die kreisweite Ausschreibung fertig sein, bis spätestens 2022 sollen bislang unterversorgte Haushalte mit Glasfaserkabeln versorgt sein. Aber auch danach wird es noch weiße Flecken auf der Internet-Landkarte geben.

Mit schnellem Internet ist heute nicht mehr nur ein flotter Seitenaufbau beim Surfen oder das zügige Herunterladen von größeren Dateianhängen bei E-Mails gemeint. Schnelles Internet dient in Privathaushalten in den meisten Fällen hauptsächlich der Unterhaltung: Dazu gehört das Streamen von Filmen oder Fernsehprogrammen und reaktionsschnelles Computerspiel mit Partnern im Internet oder ruckelfreie Videotelefonie mit Verwandten in Australien. 

Für Firmen ist schnelles Internet hingegen ein absolutes Standortargument. Wer nicht mit 20 Rechnern gleichzeitig über netzbasierte Programme in großer Geschwindigkeit international arbeiten kann, hat im wahrsten Sinne des Wortes keinen Anschluss mehr an die wirtschaftliche und technologische Realität. 

Hilfe durch Bundesministerium

Beiden Zielgruppen kommt das Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur mit einem Förderprogramm entgegen, das in sogenannten „unterversorgten Gebieten“ Gewerbetreibenden bis 2020 und Privathaushalten bis spätestens 2022 glasfaserbasierte Anschlüsse verspricht.

In Werdohl bekommen 115 Gewerbetreibende in den Förderflächen Im Ohl, Bauckloh, Kleinhammer und Altenmühle den Breitbandausbau, etwa 900 Adressen mit 2500 privaten Haushalten in den Förderflächen Dresel, Wilhelmsthal, Kettling, Teile Pungelscheids, Osmecke, Borbecke, Eveking und Mühlenschlad werden im zweiten Ausbauschritt mit Glasfaser versorgt. 

Diethelm Eilers ist bei der Stadtverwaltung der Ansprechpartner für den Breitbandausbau. „Sobald das Ausschreibungsverfahren im Sommer durch ist, können wir genau sagen, welches Gebiet zu welchem Zeitpunkt ausgebaut wird.“ Bislang sind nur die unterversorgten Gebiete benannt. Der Breitbandbeauftragte des Kreises, Sergej Rudsinski, hatte dies bereits im November den Mitgliedern des Hauptausschusses erklärt. 

Weite Teile gelten nicht als unterversorgt 

Zudem gebe es immer wieder Fragen von Gewerbetreibenden und Privatleuten, die von Diethelm Eilers bei der Stadt beantwortet werden. „Weite Teile Werdohls sind durch Unitymedia abgedeckt und gelten deshalb nicht als unterversorgt“, weiß Eilers. Allerdings werde auch nicht jeder Haushalt in einem unterversorgten Gebiet mit schnellem Internet versorgt, weil es wirtschaftlich nicht darstellbar sei. 

Eilers nennt als Beispiel das alleinstehende Haus In der Lothmecke am äußersten Stadtrand von Werdohl in Richtung Plettenberg. Die Bewohner haben wohl kaum eine Chance auf Förderung. Bei weiteren weißen Flecken auf der Internet-Landkarte Werdohls werde eine Versorgung geprüft: Köllmannshorst, Hinterbrenge, Vorderbrenge, Eicken, Eickenohl, Hölzerne Klinke, Neuenhaus, Rentrop, Harlingsen, Heedhoff, Dösseln, Eschen und Brenge.

Diethelm Eilers ist bei der Stadt Werdohl unter der Rufnummer 0 23 92/91 73 47 oder per E-Mail an d.eilers@werdohl.de zu erreichen. Sergej Rudsinski ist unter der zentralen E-Mail-Adresse breitband@maerkischer-kreis.de erreichbar.

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