Girls‘ Day: „Interessant, aber auch sehr laut“

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In typische Männerberufe hinein schnuppern - dazu bot der Girls‘ Day eine gute Gelegenheit. ▪

BALVE ▪ „Hier sind Lehrer und Schüler bedeutend ruhiger als bei uns“, stellte Florian Oest fest. Der Realschüler war zusammen mit Alexander Wiesenhöfer und den beiden Hauptschülern Noel Pechmann und Nils Thomas wieder an seine alte „Wirkungsstätte“ zurück gekehrt: Die vier Jungen hatten sich für den 2. Boys’Day die Grundschule in Beckum als Schnupper-Einrichtung ausgesucht.

Florian sah Lernen und Lehren an diesem Tag aus der Perspektive des Beobachters: „Es geht spielerisch zu,“ meinte er. Für ihn und die anderen war es interessant und für Schulleiterin Petra Köhler ebenfalls eine neue Erfahrung, denn vier Jungs und dazu alles Ehemalige hatte sie in ihrem Unterricht noch nie zu Gast. 81 Schülerinnen und 80 Schüler der 8. Klassen von Haupt- und Realschule nahmen an dem 12. Girls‘Day und 2. Boys’Day teil, der in 58 Firmen und Institutionen ermöglicht wurde. Organisiert von Roswitha Schubert und den Lehrerinnen Christa Knoop, Sonja Schmidt und Katharina Jürgens, sollten die Jugendlichen dabei eine jeweils andere Berufswelt erfahren.

So hatten Marie Schwartpaul und Leonora Ademaj ihre Realschulklasse mit der Produktionshalle von Balver Zinn getauscht. Sie sahen hier die Abläufe des Drahtziehens und durften auch beim Löten von Anoden unter Anleitung von Ergön Koc helfen. „Es ist interessant, aber doch zu laut“, meinten sie mit großem Respekt vor den Mitarbeitern, die ihren Beruf tagtäglich ausüben. Beide Mädchen werden sich beim Praktikum für einen ruhigeren Arbeitsplatz entscheiden.

Lisa-Marie-Dahl, Miriam Wolf, Tim Lüdtke und Pascal Röper begannen ihren Arbeitstag bei Johannes Wortmann, der Massivholztreppen herstellt. Sie waren beeindruckt von der modernen Technik für die Arbeitsabläufe, aber auch davon, wie viel Handarbeit und Kreativität erforderlich ist. Für sich nahm jeder Realschüler ein „Solitär-Spiel“ aus Buchenholz mit nach Hause. Tischlerin Elke Perschke half ihnen dabei, Schritte zu zeigen, wie das Buchenholz bearbeitet wurde. Dazu gehörte auch Bohren und die Herstellung von Dübeln als Spielfiguren.

Gelohnt hatte sich der Tag für jeden Schüler, denn sie bekamen Einblicke in auf den ersten Blick nicht geschlechtertypische Berufe. Diese Erfahrungen helfen ihnen vielleicht auch bei der anstehenden Auswahl eines Praktikumplatzes in ihren Schulen. - Julius Kolossa

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