Gewölbe unter Ahe-Hammer wird gesichert

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Stiftungs-Geschäftsführerin Ursula Mehrfeld (4. v. l.) und Architektin Katja Schlisio (3. v. l.) stellten gestern die Planungen für die Sanierung des Ahe-Hammers vor. Fördervereins-Vorsitzender Siegfried Griebsch (links) freut sich, dass seine Geduld nun endlich belohnt wird.

Werdohl - Seit Montag werden Arbeiten an der gewölbeartigen Unterkonstruktion des historischen Ahe-Hammers an der Grenze zwischen Werdohl und Herscheid durchgeführt.

„Zum Tag des offenen Denkmals im September werden im Hammer wieder Schmiede-Vorführungen mit Alfred Hinsching möglich sein“, blickt die Geschäftsführerin der Stiftung Industriedenkmalpflege und Geschichtskultur – Ursula Mehrfeld – zuversichtlich in die Zukunft. 

„Das brüchige Gewölbe hat uns richtig Sorgen bereitet und aus dem Zeitplan geworfen“, blickt Mehrfeld zurück. Die Standsicherheit des Denkmals war nicht mehr gewährleistet. „Das war für uns ein Überraschungspaket.“ Erleichternd sei, dass die NRW-Stiftung für Heimat-, Natur- und Denkmalschutz den Baumaßnahmen eine 200 000-Euro- Förderung zugesichert habe. Außerdem verdopple die Stiftung die gesammelten Spendengelder bis zu einer Maximalhöhe von 65 000 Euro. 

Nach Abschluss der nun gestarteten Bauarbeiten müsse aber getestet werden, „ob alles noch läuft – oder ob das Wasserrad dann durch die Arbeiten verzogen ist“. An dem Punkt ist Siegfried Griebsch, Vorsitzender des Fördervereins Osemunddenkmal Ahe-Hammer Herscheid-Werdohl, skeptisch: „Ich bin ja Optimist, aber es wäre ja ein Sechser im Lotto, wenn hinterher noch alles reibungslos funktioniert.“ Der bisherige Weg war steinig, erinnert sich der Ex-Bürgermeister Werdohls. „Wir haben mittlerweile Routine im Geduld-Üben“, sagt er. „Manche im Förderverein waren zwischenzeitlich sehr ungeduldig.“ 

So habe es 2011 ja auch noch ein starkes Unwetter gegeben, welches den Sanierungsbedarf am Ahe-Hammer stark erhöht habe. Architektin Katja Schlisio berichtet von den Schwierigkeiten: „Die Außenwände und der Hammer selbst liegen alle auf dem Schwerpunkt des Gewölbebogens. Das war ein großes Problem.“ Nach einer sehr langen Konzeptfindungs-Phase haben man sich nun entschieden, eine Klinkersteinabmauerung neben den Gewölbebogen zu setzen, diese mit Stahl zu verzahnen sowie Hohlräume dahinter aufzufüllen – begrenzt durch eine Folie – und so mit einer Betonschalung zu sichern. 

Andernfalls hätte der halbe Ahe-Hammer abgerissen und neu aufgebaut werden müssen. Das hätte aber nicht mit Ansatz einer Denkmalpflege zusammen gepasst. Aufgrund der noch herrschenden Einsturz-Gefahr würden möglichst viele Vorarbeiten außerhalb erledigt. Zwei Mitarbeiter der beauftragten Sanierungsfirma waren gestern Morgen aber im Gewölbe-Gang. Uwe Schmalenbach, Bürgermeister von Herscheid, hob hervor: „Wir sind jetzt froh, dass es einen Schritt weiter geht. Im Moment ist es hier idyllisch und ruhig. Viel lieber wäre es mir, wenn es hier laut wäre – und der Hammer in Betrieb.“ 

Der Hammer bilde „Industriegeschichte für die Region“ ab und sei „ein Vorläufer für das Ruhrgebiet“, betonte er. Reinhild Wüllner-Leisen von der Stadt Werdohl und vom Heimat- und Geschichtsverein Werdohl ergänzte: „Ich bin zufrieden, dankbar und froh, dass die Sanierung nun gestartet ist.“ Die Architektin Schlisio betont jedoch: „Es hatte ja einen Grund, dass das Gewölbe so aussah. Es bedarf in Zukunft also einer kontinuierlichen Pflege. 

Das hält jetzt alles nicht einfach so für die nächsten 50 Jahre.“ Die nun begonnenen Bauarbeiten sollen in vier Wochen abgeschlossen sein.

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