Gewinnung von Phosphorsäure: Pilotanlage in Elverlingsen

In der Wirbelschichtfeuerungsanlage werden jährlich bis zu 180 000 Tonnen entwässerter Klärschlamm verwertet

Werdohl - In der Wirbelschichtfeuerungsanlage (WFA) auf dem Gelände des stillgelegten Kraftwerks in Elverlingsen werden jährlich bis zu 180 000 Tonnen entwässerter Klärschlamm verwertet. Aus der zurückbleibenden Klärschlammasche soll nun Phosphorsäure gewonnen werden.

Dafür nimmt die Remondis Aqua Stoffstrom GmbH & Co. KG mit Sitz im westfälischen Lünen am kommenden Montag, 29. Oktober, in Elverlingsen ihre erste Pilotanlage für das patentierte TetraPhos-Verfahren in Betrieb. 

Seit 2013 gelingt es Remondis Aqua mit dem Verfahren, Phosphorsäure aus Aschen von Klärschlammverbrennungsanlagen im industriellen Maßstab herzustellen. Das Verfahren wurde von Chemikern in Forschungslaboren entwickelt und im Jahr 2016 mit dem GreenTec-Award ausgezeichnet, Europas größtem Nachhaltigkeitspreis. „Die Pilotanlage in Elverlingsen wird das TetraPhos-Verfahren nun unter idealen Bedingungen weiter optimieren“, heißt es in der Mitteilung. 

Asche als wertvoller Rohstoff

Die Klärschlammasche der WFA Elverlingsen, ein gemeinsames Tochterunternehmen des Ruhrverbandes und der Mark-E, könne als wertvoller Rohstoff für das TetraPhos-Verfahren eingesetzt werden. „Mit der neuen Pilotanlage tragen wir aktiv zur Schonung natürlicher Ressourcen und zur Reduzierung der Umweltbelastung bei, denn Phosphor ist ein lebenswichtiger Rohstoff, dessen Vorkommen stetig schrumpft“, erklärt Ralf Czarnecki, Geschäftsführer der Remondis Aqua Stoffstrom. 

Das Verfahren sei „von herausragender ökologischer Effizienz und Wirtschaftlichkeit“ und trage zur Schonung natürlicher Ressourcen bei. Die durch das Verfahren gewonnene Phosphorsäure ist laut Remondis frei von Schwermetallen und somit prädestiniert zur Herstellung von reinen Düngemitteln. 

Durch das Verfahren kann nicht nur Phosphorsäure aus Asche gewonnen werden, sondern auch Gips für die Baustoffindustrie, sowie Eisen- und Aluminiumsalze, die als Fällungsmittel zur Abwasserreinigung und Phosphorelimination in Kläranlagen recycelt werden. 

Zur offiziellen Inbetriebnahme am 29. Oktober zwischen 10 und 13 Uhr kommt SPD-Bundestagsmitglied Michael Thews, Vorsitzender des Ausschusses für Umwelt, Naturschutz und nukleare Sicherheit, nach Elverlingsen.

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