SPD gewinnt in Werdohl FDP-Chef verschwindet

Nur wenige Bürger – davon die meisten Parteigänger – verfolgten gestern Abend im Rathaus die Wahlergebnispräsentation.

WERDOHL ▪ Die SPD gewinnt in Werdohl die Landtagswahl, CDU und FDP verlieren deutlich.

Unterschiedlicher hätten die Reaktionen Werdohler Politiker auf das Wahlerergebnis nicht sein können. Am merkwürdigsten allerdings verhielt sich Jürgen Neumann, der FDP-Vorsitzende: Zunächst erbat er sich etwas mehr Zeit bis zu einer Stellungnahme, dann verschwand er plötzlich aus dem Ratssaal. Er werde das Ergebnis der Liberalen in Werdohl (5,6 Prozent für Dr. Anne Hermes, 5,0 Prozent für die FDP) erst mit der Kandidatin besprechen wollen. Am Wahltage werde es jedenfalls von der FDP keine Stellungnahme geben, sagte er – und verschwand.

CDU räumt Niederlage ein

Einen Grund zum Davonlaufen fanden weder CDU-Fraktionsvorsitzender Stefan Ohrmann noch SPD-Ortsvereinsvorsitzender Andreas Späinghaus. Ohrmann sah die Wahl ganz klar als verloren an: „Das ist vor allem traurig für Thorsten Schick.“ Der Landtagsabgeordnete holte in Werdohl 34,2 Prozent der Erststimmen. Er habe sich in den vergangenen fünf Jahren sehr für Werdohl eingesetzt. Ohrmann bezeichnete es als schade, dass die Werdohler CDU mit 31,4 Prozent der Zweitstimmen durch übergeordnete Themen „abgestraft“ worden sei.

Intensiver Wahlkampf

Andreas Späinghaus freute sich natürlich darüber, dass Michael Scheffler in Werdohl mit 45,1 Prozent der Erststimmen gewonnen hat. Das Werdohler Parteiergebnis lag bei 42,7 Prozent. Seit dem 1. April habe die Werdohler SPD einen ganz intensiven Wahlkampf mit und für Michael Scheffler geführt.

Bürgermeister Siegfried Griebsch („jeder weiß, dass ich ein SPD-Mann bin“) zeigte sich dennoch überrascht, dass seine Partei bei der niedrigen Wahlbeteiligung gewinnen konnte. Er glaube aber, dass der wahrscheinliche Machtwechsel in Düsseldorf keine Bedeutung für das ehrgeizige Werdohler Projekt „Stadtumbau West“ habe.

Beide Parteivertreter wie auch der Bürgermeister waren sich einig, dass jetzt die Landes-Schulpolitik voll auf Werdohl durchschlagen werde. Angesprochen auf die sinkenden Schülerzahlen bei der Hauptschule sagte Ohrmann, dessen Partei für das dreigliedrige Schulsystem steht: „Die Debatte wird hierher kommen.“

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