Gewerbegebiete werden auch in Werdohl Mangelware

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Die ehemalige Werdohler Siedlung Elverlingsen steht schon seit Jahren leer, theoretisch steht die Fläche für Gewerbeansiedlung zur Verfügung. Das Gelände gehört der Mark-E.

Werdohl -  In so ziemlich allen Städten im Märkischen Kreis könnten in den nächsten Jahren die Flächen für die Ansiedlung von Gewerbe- und Industriebetrieben knapp werden. Auch Werdohl ist betroffen.

Gewerbe- und Industriegebiete werden Mangelware im Märkischen Kreis. Deshalb seien die Kommunen gut beraten, schon jetzt Vorsorge zu treffen und nach geeigneten Flächen Ausschau zu halten, sagte am Dienstag Jochen Schröder, Geschäftsführer der Gesellschaft für Wirtschafts- und Strukturentwicklung im Märkischen Kreis (GWS), in der Sitzung des Werdohler Ausschusses für Umwelt und Stadtentwicklung (Ustea).

Kreisweit stünden derzeit noch knapp 100 Hektar Gewerbe- und Industriegebiete für Neu- und Erweiterungsbauten zur Verfügung, der jährliche Verbrauch betrage aber etwa 20 Hektar. Daraus ergibt sich die ziemlich einfache Rechnung, dass der Vorrat in fünf bis sechs Jahren aufgebraucht ist.

Geeignete Brachen stünden kaum zur Verfügung, die Möglichkeiten der Innenentwicklung seien praktisch ausgeschöpft, sagte Schröder und schlussfolgerte: „Es wird Probleme geben!“ Einen Flächentausch, also die Freigabe nicht verwertbarer Gewerbe- oder Industrieflächen und dafür die Ausweisung anderer Flächen, hält der GWS-Geschäftsführer für eine Möglichkeit, dem Problem zu begegnen.

Interkommunale Lösungen

Eine weitere Möglichkeit sei die Ausweisung interkommunaler Gewerbegebiete. „Zumindest erhöht das die Chancen“, mutmaßte Schröder, dass die Kooperation von Kommunen die Landesplaner eher von der Notwendigkeit der Genehmigung neuer Gewerbegebiete überzeugen könnte als ein Alleingang.

Auf Rosmart (Schröder: „Das ist die letzte große, zusammenhängende Fläche im Kreis.“) haben Werdohl, Altena und Lüdenscheid einen solchen Weg bereits beschritten. Inzwischen mit Erfolg, wie Schröder berichtete: „Rosmart entwickelt sich gut, die Nachfrage steigt. Deshalb müssen wir bereits jetzt über die Zeit nach Rosmart nachdenken.“

Elverlingsen als Erweiterungsfläche

Ein Gutachten bescheinige dem Märkischen Kreis bis zum Jahr 2035 einen Flächenbedarf von 560 Hektar, es gebe aber nur 368 Hektar mobilisierbare Reserven. In Werdohl gebe es sogar eine Bedarfsunterdeckung von 13 Hektar.

Südlich des Gewerbeparks Rosmart gebe aber es eine gut 42 Hektar große Fläche, die sich möglicherweise für eine Erweiterung eignen könnte. Außerdem könnte ein 10,4 Hektar großes Gebiet in Dresel untersucht werden. Und auch die ehemalige Siedlung am Kraftwerk Elverlingsen komme möglicherweise als Gewerbegebiet infrage. Das Gelände gehört der Mark-E. Dort stünden eventuell 12,7 Hektar zur Verfügung.

Das sind allerdings offenbar nur Gedankenspiele. Man müsse genau hinschauen, ob das, was theoretisch denkbar sein, auch in der Praxis umsetzbar sei, betonte Schröder. Der Ustea empfahl dem Rat allerdings einstimmig, die Stadtverwaltung damit zu beauftragten alle drei Flächen in Dresel, Elverlingsen und auf Rosmart auf ihre Eignung untersuchen zu lassen.

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