Der Ärger geht weiter

Gewerbegebiet Rosmart 2.0: Bezirksregierung widerspricht Bürgermeisterin

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Dieses Kunstwerk von Yves Thomee ziert den Anhänger, den die Initiative Pro Brunscheider Höhen aufstellen will.

Werdohl - Das Gewerbegebiet Rosmart 2.0 sorgt weiter für Aufsehen: Werdohls Bürgermeisterin erklärte dem Rat, dass es kein vorgezogenes Verfahren zur Entwicklung geben werde. Die Bezirksregierung behauptet das Gegenteil. 

Für erhebliches Aufsehen sorgte die Nachricht der Werdohler Bürgermeisterin Silvia Voßloh am Montag, dass das geplante Gewerbegebiet südlich von Rosmart nicht in einem beschleunigten Verfahren entwickelt werden könne. Das Verfahren zur Entwicklung des Regionalplanes gehe zeitlich seinen normalen Weg, teilte sie dem Rat mit. Genaueres werde die Verwaltung für eine Sitzung des Aussschusses für Stadtentwicklung im März vorbereiten. 

Bezirksregierung: "Spielen nicht den Bremsklotz"

Von einer Rücknahme dieses vorgezogenen Verfahrens will die Bezirksregierung allerdings nichts wissen. „Wir spielen nicht den Bremsklotz“, hieß es auf Nachfrage. Bei der Erklärung im Rat seien wohl zwei verschiedene Aspekte durcheinander geraten. Bezirksregierungs-Sprecherin Anna Carla Springob sagte auf Nachfrage, dass Vertreter der Städte Werdohl, Altena und Lüdenscheid bei einem Treffen zum Jahreswechsel über den Stand der Dinge unterrichtet wurden. Nach wie vor sei es so, dass nicht die mehrjährige Entwicklung des Regionalplanes abgewartet werden solle. Dieser Teil der Vereinbarung zwischen den Städten und der Bezirksregierung sei nach wie vor gültig. 

Bezirksregierung: Städte sind am Zug

Bürgermeisterin Voßlohhatte am Montag Gegenteiliges behauptet. Um die Gewerbeflächen auf den Brunscheider Höhen zu entwickeln, müsse laut Springob im Rahmen der vorbereitenden Bauleitplanung die Änderung des Flächennutzungsplans vorangetrieben werden. Über die notwendigen Schritte sei mit den kommunalen Vertretern gesprochen worden. Springob wörtlich: „Von unserer Seite gelten die Absprachen bezüglich der beabsichtigten Änderung des Flächennutzungsplanes.“ Die Städte müssten jetzt an das Verfahren heran. Das sei bislang noch nicht geschehen. 

Auf Nachfrage räumte Bürgermeisterin Silvia Voßloh ein, bei dem Treffen der Städte mit der Bezirksregierung selbst nicht anwesend gewesen zu sein. Sie sei durch Fachbereichsleiter Thomas Schroeder vertreten worden. Das Treffen sei auch schon vor Weihnachten und nicht am Jahresanfang gewesen. Sie habe erst sieben Wochen nach dem Gespräch den Werdohler Rat unterrichtet, weil es vorher dazu keine Gelegenheit gegeben hätte. 

Bürgermeisterin wiederholt: "Wird nicht laufen wie geplant"

Dennoch bleibt sie bei ihrer Auskunft vom Montag. „So, wie es ursprünglich mit der Bezirksregierung geplant war, wird es nicht laufen“, wiederholte sie gestern. Ihr Kenntnisstand sei, dass es kein vorgezogenes Verfahren gebe. Über weitere Details sei sie nicht informiert. Große Bedeutung habe sie der Information allerdings nicht beigemessen: „Es war für mich nur ein Zwischenstand.“

Bunter Vogel als Protest

Die Initiative Pro Brunscheider Höhen will am Sonntag ab 16 Uhr auf einer gut einsehbaren Fläche neben dem Gewerbepark Rosmart einen besonders lackierten Lkw-Anhänger vorstellen. Die genaue Adresse ist Hemecker Weg, Abzweig Vorderbrenge. Gäste sind bei Grillwurst und Getränken zur Enthüllung eingeladen.

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