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Gespräche über Hautklinik am Werdohler Krankenhaus

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Von: Volker Heyn

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Hautarzt Dr. Friedemann Enders und Arzthelferin Susanne Späinghaus betreiben seit Oktober 2021 eine dermatologische Praxis in behelfsmäßigen Räumen in der Werdohler Stadtklinik. Wie es mit der Dermatologie in Werdohl weitergeht, kann der Klinik-Sprecher derzeit nicht konkret beantworten.
Hautarzt Dr. Friedemann Enders und Arzthelferin Susanne Späinghaus betreiben seit Oktober 2021 eine dermatologische Praxis in behelfsmäßigen Räumen in der Werdohler Stadtklinik. Wie es mit der Dermatologie in Werdohl weitergeht, kann der Klinik-Sprecher derzeit nicht konkret beantworten. © Heyn, Volker

Wie geht es mit der hautärztlichen Versorgung in Werdohl weiter? Derzeit laufen Gespräche über eine Hautklinik am Krankenhaus. Die Verantwortlichen geben sich aber noch sehr zurückhaltend.

Mehr als vier Wochen haben die Märkischen Kliniken auf Nachfrage der Redaktion für die Mitteilung gebraucht, dass man an der hautärztlichen Versorgung in der Stadtklinik arbeite. Der dermatologische Krankenkassensitz für Werdohl ist bekanntlich im Oktober vergangenen Jahres für die Stadtklinik von Dr. Friedemann Enders gerettet worden.

Nach einer Übergangsfrist von sechs Monaten sollte ein Übergang auf eine geregelte Hautarztklinik als Teil des Medizinischen Versorgungszentrums eintreten, hieß es damals. Kliniken-Pressesprecher Dr. Norbert Jacobs bleibt trotz mehrfacher Nachfrage im Ungefähren, vonseiten der Ärzteschaft und der Krankenhausverwaltung ist nichts zu erfahren, dafür sei die Pressestelle der Kliniken zuständig. Dass es dort personelle Wechsel und coronabedingte Ausfälle gab, ist in diesen Zeiten vollkommen verständlich. Detailliertere Informationen zu den medizinischen Angeboten in der Stadtklinik bleibt das Unternehmen hingegen schuldig. Fragen zur Stadtklinik werden schriftlich beantwortet, Bitten um Kontakte zur ärztlichen Leitung oder zur Verwaltungsleitung wird nicht nachgekommen.

„Alle Beteiligen arbeiten intensiv“ an einer Lösung

So bleibt nur wiederzugeben, was Kliniken-Sprecher Dr. Norbert Jacobs mitteilt: „Alle Beteiligten arbeiten intensiv daran, eine mittel- bis langfristige hautfachärztliche Versorgung am Standort des MVZ in Werdohl sicherzustellen. Sobald uns konkrete Termine für eine Nachfolge-Regelung bekannt sind, teilen wir diese gern mit.“

Der Werdohler Mediziner Dr. Friedemann Enders hatte seine Praxis mitten in der Stadt am Friedrich-Keßler-Platz am 29. Oktober 2020 aus Altersgründen aufgegeben, die Suche nach einer Nachfolge blieb erfolglos. Im Oktober 2021 überraschte er damit, vorübergehend für sechs Monate den dermatologischen Kassensitz für Werdohl aufrecht zu erhalten. Der Hautarzt sagte damals: „Wenn wir nicht Anfang Oktober hier gestartet wären, wäre der Sitz für Werdohl auf ewig verloren gewesen.“

Geeignete Räume fehlen offensichtlich noch immer

Weil es aber in der Stadtklinik – offensichtlich bis heute – immer noch keine geeigneten Praxisräume für eine Hautklinik gibt, praktiziert Dr. Enders im Behandlungszimmer von Chefarzt Dr. Norbert Pittlik. Das funktioniert nur vormittags, weil Dr. Pittlik nachmittags den Raum für Ambulanzen und Sprechstunden benötigt. Dr. Enders zur Seite steht Arzthelferin Susanne Späinghaus, die vorher schon in der Ambulanz gearbeitet hatte.

Was Dr. Enders im Oktober 2021 berichtete, ist bis heute von der Klinik-Leitung weder bestätigt noch dementiert worden. Der Arzt sagte unter Hinweis auf persönliche Gespräche mit den Beteiligten, dass Direktorin Dr. Dorothee Dill von der Hautklinik am Klinikum Lüdenscheid eine Brücke zum bereits bestehenden Medizinischen Versorgungszentrum hergestellt habe. Die Dermatologie in Werdohl sollte demnach die fünfte medizinische Disziplin werden. Die Klinikleitung habe das damals befürwortet, berichtete Dr. Enders im Oktober. In der obersten Etage der Stadtklinik sollten zunächst Wasserschäden repariert werden, dann sollte die neue Hautarztpraxis als Klinik dort entstehen. Dr. Enders hätte dort starten, später hätten dort neue Ärzte die Praxis übernehmen sollen.

Derzeit läuft eine Dachereneuerung

Was davon bereits geschehen ist, ist nicht in Erfahrung zu bringen. Bis auf Kleinigkeiten seien jedenfalls keine Dachreparaturen aufgrund des Starkregens nötig gewesen, teilt Dr. Norbert Jacobs mit. Die gerade weithin sichtbare Dacherneuerung sei eine lange geplante Sanierung des rund 30 Jahre alten Krankenhausdaches. Damit werde auch die Energie-Effizienz verbessert. Der erste Bauabschnitt sei abgeschlossen, der zweite stehe unmittelbar vor einem „erfolgreichen Abschluss.“

Und wie sind nun die Pläne der Märkischen Kliniken, in der Stadtklinik das MVZ in Zusammenarbeit mit Dr. Dorothee Dill zu starten? Dr. Jacobs teilt dazu mit: „Die Dermatologische Praxis an der Stadtklinik Werdohl ist mit Herrn Dr. Enders bereits im Oktober 2021 sehr erfolgreich gestartet. Frau Dr. Dorothee Dill wird weiterhin als Klinikdirektorin der Hautklinik am Klinikum Lüdenscheid vollzeitig tätig sein. Selbstverständlich stehen ihr Team und sie persönlich im Bedarfsfall mit ihrer fachlichen Expertise der Dermatologischen Praxis in Werdohl beratend und unterstützend zur Seite.“

Internetauftritt ist nicht gepflegt

Dr. Enders praktiziert montags, dienstags und donnerstags von 8 bis 13 Uhr, mittwochs und freitags von 8 bis 12 Uhr. Die Praxis ist nur zu diesen Zeiten unter Tel. 02392/9639761 zu erreichen. Weitere Kontaktdaten gibt es nicht, die Internetseiten der Werdohler Stadtklinik sind schon lange nicht mehr auf dem aktuellsten Stand.

Die Veränderungen in der Abteilung für Akutgeriatrie und Frührehabilitation beispielsweise sind dort nicht zu finden, auch wird dort noch der längst pensionierte Oberarzt Dr. Klaus Terfloth als Teammitglied der Chirurgie aufgeführt.

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