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Gesperrte Ruhr-Sieg-Strecke: Gelbes Ungetüm erneuert Gleisbett

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Von: Volker Heyn

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Dieser 198 Meter lange Arbeitszug des Bahnunternehmens Spitzke aus der Niederlassung in Bochum reinigt das durch das Juli-Unwetter in Mitleidenschaft gezogene Gleisbett auf der Ruhr-Sieg-Strecke zwischen Werdohl und Letmathe.
Dieser 198 Meter lange Arbeitszug des Bahnunternehmens Spitzke aus der Niederlassung in Bochum reinigt das durch das Juli-Unwetter in Mitleidenschaft gezogene Gleisbett auf der Ruhr-Sieg-Strecke zwischen Werdohl und Letmathe. © Heyn, Volker

Ein gewaltiges Technik-Schauspiel ist dieser Tage auf der momentan stillgelegten Bahnlinie zwischen Werdohl und Letmathe zu beobachten.

Ein knapp 200 Meter langer Arbeitszug fährt im Schritttempo und mit deutlich wahrnehmbarer Geräuschentwicklung über die Gleise und tauscht in einem Arbeitsgang den Schotter im Gleisbett aus. Am Wochenende war diese Planumssanierungs- und Reinigungsmaschine RPM-RS-900 des Bahnunternehmens Spitzke im Bereich des Bahnübergangs Lengelsen unterwegs.

Dieser Arbeitszug gehört der Unternehmensgruppe Spitzke SE mit Sitz in Brandenburg, die in ganz Deutschland für die DB als Netzbetreiber Reparaturen und Erneuerungen an den Gleisanlagen vornimmt. Für die Baustelle auf der Ruhr-Sieg-Strecke im Abschnitt zwischen Werdohl und Altena bis Letmathe ist das Spitzke-Kompetenzzentrum West in Bochum zuständig. Projektleiter für den Streckenabschnitt 2800 an der Lenne ist der technische Leiter Michael Dickhut.

Parallel zum gelben Arbeitszug fährt im Schritttempo ein Zug mit Kipper-Waggons, der den verunreinigten Schotter aufnimmt.
Parallel zum gelben Arbeitszug fährt im Schritttempo ein Zug mit Kipper-Waggons, der den verunreinigten Schotter aufnimmt. © Heyn, Volker

Schotteraustausch: Ein Arbeitsgang

Das 200 Meter lange Ungetüm nimmt mit einer Kette unterhalb des Schienenpaares den durch die Flut im Juli verunreinigten Schotter auf und ersetzt ihn in einem Arbeitsgang durch frisches Material. Der Altschotter wird über Fließbänder in die Höhe befördert und rutscht in einen parallel zum Arbeitszug fahrenden Zug mit Kipper-Waggons. Der herausgeförderte Altschotter wird auf zwei Wegen zum Recyclingwerk nach Recklinghausen gefahren: Zum einen per Schiene in Richtung Werdohl direkt zum Werk, zum anderen mit dem Kipper-Zug zum Lagerplatz am Bahnhof Letmathe und von dort weiter per Lkw. 50 000 Tonnen frischer Schotter wird übrigens per Lastwagen durchs Versetal bis zum Kraftwerksgelände in Elverlingsen gebracht. Von dort wird er mit Baggern auf MFS-Waggons gepackt, die den Arbeitszug mit dem Einbau-Schotter versorgen.

Der Bahnübergang Lengelsen war für die Dauer der Arbeiten am Gleisbett gesperrt.
Der Bahnübergang Lengelsen war für die Dauer der Arbeiten am Gleisbett gesperrt. © Heyn, Volker

Am Donnerstag wird der RPM-RS-900 noch einmal im Lennetal zu bestaunen sein, dann wird er kurz woanders gebraucht. Vom 2. bis zum 6. Dezember sind nochmals zehn Schichten zu je zehn Stunden Arbeit vorgesehen, dann wird der Auftrag erledigt sein. Spitzke und die DB gehen fest davon aus, dass die Gleise ab dem 12. Dezember befahrbar sein werden. Ab dann wird der Intercity 34 auf der Ruhr-Sieg-Strecke verkehren und die Lenne-Städte direkt mit Dortmund, Münster und Frankfurt verbinden.

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