Ein Geschenk, das niemand will

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Werdohl - Es ist 88 mal 78 Zentimeter groß, gut 30 Jahre alt und zeigt ein Stück Werdohler Industriegeschichte. Für das Bild, das er 1977 angefangen, aber erst zehn Jahre später fertiggestellt hat, sucht der gebürtige Werdohler Günter Pfaffenhöfer einen Abnehmer – bisher erfolglos.

Scheinbar möchte niemand dieses Industrie-Gemälde haben. Dabei erinnert das Bild eindrucksvoll an eine Zeit, in der die Stahlindustrie in Werdohl noch in Blüte stand. Es zeigt fünf Arbeiter dabei, wie sie einen glühenden Stahlblock in den 80-Zentner-Hammer schieben, der bis Ende der 1970er-Jahre im Schmiedewerk der Thyssen Stahl AG an der Plettenberger Straße gestanden hat. 

Hammer kurz vor dem Abriss skizziert 

„Ich habe den Hammer 1977, kurz vor seinem Abriss, skizziert“, erinnert sich Pfaffenhöfer, der in dieser Zeit Thyssen Stahl im Außendienst vertreten und die Kundschaft in härtereitechnischen Fragen beraten hat. „Erst, als ich zehn Jahre später meine Tätigkeit beendet habe und das Rentnerdasein begann, habe ich mich wieder intensiver mit der Malerei befasst und dann auch den 80-Zentner-Hammer fertig gemalt“, erzählt der heute 91-Jährige, der inzwischen in Happurg im Landkreis Nürnberger Land lebt. 

Jetzt möchte der Künstler, dass das gerahmte Ölgemälde wieder nach Werdohl zurückkehrt. „Ich wünsche mir allerdings, dass es nicht in irgendeinem Archiv verschwindet, sondern dass es der Öffentlichkeit zugänglich gemacht wird“, nennt Pfaffenhöfer seine Bedingung für den Fall, dass sich jemand für das Industrie-Gemälde interessiert. 

Stadt Werdohl hat bereits abgelehnt

Der Stadt hat er es bereits angeboten, sogar kostenlos. Allerdings habe Reinhild Wüllner-Leisen, im Rathaus für Kulturangelegenheiten und Heimatpflege zuständig, nach Rücksprache mit Heiner Burkhard vom Heimat- und Geschichtsverein abgelehnt. „Es gebe keinen geeigneten Platz, an dem das Gemälde auf Dauer gezeigt werden könnte, hat sie gesagt“, berichtet Pfaffenhöfer von der Absage. 

Die Hoffnung noch nicht aufgegeben 

Der ehemalige Thyssen-Mitarbeiter, der das Malen schon in seiner Jugend als Hobby entdeckt hat, hat die Hoffnung aber noch nicht aufgegeben. Er setzt weiterhin darauf, dass noch jemand sein Geschenk annehmen möchte, um es dann den Menschen in Werdohl zu zeigen.

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