Gescheitertes Überholmanöver vor Gericht

WERDOHL ▪ Wegen Verkehrsgefährdung musste sich ein 20-jähriger Werdohler am Donnerstag vor dem Amtsgericht Altena verantworten. Am Ende kam er mit einer Geldbuße von 250 Euro davon. Sollte er diese pünktlich zahlen, wird das Verfahren endgültig eingestellt.

Der junge Mann war am 15. November 2011 auf der Versestraße nach dem Überholen so knapp vor einem 18-jährigen Golf-Fahrer aus Werdohl eingeschert, dass dieser nicht mehr rechtzeitig bremsen konnte und auffuhr.

Am Fahrzeug des Angeklagten entstand dabei ein Schaden von etwa 2000 Euro, der Totalschaden am Auto des 18-Jährigen schlug mit 4200 Euro zu Buche. Verletzt worden war niemand.

„Das war ein Totalschaden“, sagte der junge Mann am Donnerstag als Zeuge vor Gericht. Den Unfallverlauf stellte er knackig so dar: „Der wollte vor mir rein, da war aber kein Platz mehr.“ Keine Erklärung hatte der 18-Jährige dafür, warum er beim völlig überraschenden Einscheren des Angeklagten keine Chance mehr hatte, rechtzeitig zu bremsen. Allerdings standen ein Stück vor seinem Fahrzeug weitere Autos auf der Geradeausspur der Versestraße. Beide Beteiligte mussten deshalb dringend ihre Geschwindigkeit vermindern.

Der Angeklagte bestritt nicht, dass er trotz einer durchgezogenen weißen Linie von der Linkssabbiegespur auf die Geradeausspur der Versestraße gefahren war. Er trug jedoch vor, dass er diesen Fahrspurwechsel mit der gebotenen Vorsicht vorgenommen hätte. Durch die Rückkehr auf die Geradeausspur habe er einen vorangegangenen Fehler korrigieren und hinter seinem in der gleichen Richtung fahrenden Cousin bleiben wollen.

Für den 20-jährigen Angeklagten hatte die Einstellung des Verfahrens bei einer gleichzeitigen Geldauflage eine sofort spürbare Folge: Amtsrichter Dirk Reckschmidt händigte ihm am Ende der Verhandlung den sichergestellten Führerschein wieder aus. Von Thomas Krumm

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