Gesamtschule Werdohl mutiert zur Riesenbaustelle

Im Foyer der Bildungseinrichtung wird in den Sommerferien ein Teil des Bodens erneuert.

WERDOHL ▪ Wo sonst die Werdohler Gesamtschüler über Mathematikaufgaben und Englischvokabeln brüten, haben jetzt etwa 35 Handwerker das Sagen.

Für 160 000 Euro werden zehn neue Fensterfronten eingebaut. „Diese sind etwa 35 Jahre alt. Bereits vor acht Jahren mussten wir Drahtseile montieren, damit die Fenster nicht aufkippen. Damals wäre fast eine Schülerin zu Schaden gekommen“, weiß Peter Grau von der Stadt Werdohl. Bereits seit sieben Jahren werden an der Albert-Einstein-Gesamtschule kontinuierlich die Fenster ausgetauscht. In den kommenden fünf Jahren stehen weitere fünf Bauabschnitte an, so Grau gestern im Rahmen eines Ortstermins.

Zwischen 30- und 35 000 Euro nimmt die Stadt Werdohl in die Hand, um die schadhaften Betonstellen an sieben Stützen und zwei Wandscheiben abzutragen und durch einen Ersatzbaustoff zu ergänzen, wie Peter Erwig von der Abteilung Bauen und Immobilienmanagement berichtet.

Auch im Foyer sind die Handwerker fleißig. Ein Drittel des Fußbodens, etwa 186 der etwa 625 Quadratmeter – werden für 27 000 Euro erneuert. Der Estrich unter den Kautschukplatten ist porös. Bisher wurden einzelne Stellen geflickt. Jetzt wird kernsaniert“, sagte Grau gestern. Zwei weitere Bauabschnitte folgen in den Sommerferien der kommenden beiden Jahre.

Der neue Fußbodenbelag der Rutschfestigkeitsstufe elf werde wieder aus Kautschuk sein, allerdings ohne Noppen. Grau: „Der Foyerfußboden wird in drei unterschiedlichen Grüntönen gestaltet. So sollen sich die Laufwege und die Stellflächen farblich abheben“, erklärt Grau. Zudem solle eine zweite Dehnungsfuge eingebaut werden, um Schäden im Fußboden vorzubeugen.

Zudem werden 30 der 80 Klassenräume während der unterrichtsfreien Zeit kernsaniert. 85 000 Euro werden für neue Deckenplatten fällig. Weitere 86 000 Euro fallen für neue Beleuchtung an. „Wir wollen Strom sparen“, begründet Grau und rechnet vor: „In einem alten Klassenraum sind zwölf Leuchten angebracht, die 9,5 Stunden täglich brennen und das 200 Tage im Jahr. Das kostet die Stadt pro Klasse im Jahr rund 730 Euro. In den sanierten Klassenräumen werden sieben Leuchten mit einer Leistung von 45 Watt und fünf mit einer Leistung von 35 Watt installiert“. Das Licht in den Klassenräumen geht nur noch dann an, wenn jemand den Raum betritt. Bei einer durchschnittlichen Beleuchtungszeit von sechs Stunden täglich an 200 Tagen im Jahr kalkuliert Grau Kosten von 275 Euro pro Klasse im Jahr. „So sparen wir 455 Euro pro Klasse pro Jahr“, erklärt Grau weiter. Die Amortisationszeit liege zwischen 5,4 und 5,8 Jahren.

Mehr als 20 Klassenräume sollen in den Sommerferien fertig gestellt werden. Die übrigen folgen dann in den Herbstferien, so Grau.

Diese Maßnahme werde durch das Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit als Zuwendungsgeber auf Grund eines Beschlusses des deutschen Bundestages gefördert. Deshalb bekomme die Stadt im kommenden Jahr 21 500 Euro für die neue Beleuchtung erstattet.

„Die so genannten Wilhelmi-Deckenplatten in den Klassenräumen waren vor 35 Jahren Standard. Weil sie heutzutage extra angefertigt werden müssen und sehr teuer sind, haben wir entschieden, auf die wesentlich günstigeren OWA-Akustik-Platten umzusteigen“, so Grau. Und weil es sich nicht lohne, neue Leuchten an alten Decken zu montieren, habe sich die Stadt entschlossen beides zusammen zu erledigen.

Der siebte Abschnitt der Heizungserneuerung soll in der kommenden Woche folgen. Kostenpunkt: 25 000 Euro. Am Montag sollen dann auch die Arbeiten auf dem Dach fortgesetzt werden, das der Riesensauger am vergangenen Montag vom Kies befreite. Für 94 000 Euro wird der erste Abschnitt des Gesamtschuldaches in den Ferien saniert. Das Gerüst, das den Handwerkern Zugang zum Dach ermöglicht, wird übrigens videoüberwacht und ist eingezäunt.

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