Schul-Kooperation rückt näher

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Bürgermeister Dietmar Hess aus Finnentrop hat die Zustimmung für den Zweckverband schon in der Tasche. 

WERDOHL - Die Städte Finnentrop und Werdohl halten an einer Zusammenarbeit ihrer beiden Gesamtschulen fest, obwohl in Finnentrop in diesem Herbst gar keine Oberstufe zustande gekommen ist und auch dort die Eingangsklassen bröckeln.

Während in Finnentrop der dortige Bildungsausschuss den Entwurf der Satzung für den geplanten Zweckverband abgesegnet hat, wurde bei der Stadt Werdohl außerplanmäßig für kommenden Dienstag eine Sitzung des Schulausschusses angesetzt. 

Den Entwurf für die Satzung des Zweckverbandes, in dem beide Schulen vereinigt werden sollen, wurde bereits im Juni in der Werdohler Verwaltung erarbeitet. In Finnentrop wurde vergangenen Mittwoch über den Entwurf abgestimmt, der Finnentroper Rat hat diesen Punkt heute auf der Tagesordnung. Der Werdohler Schulausschuss soll kommenden Dienstag entscheiden, tags darauf ist eine außerplanmäßige Ratssitzung mit nur diesem einem öffentlichen Tagesordnungspunkt geplant. 

Der der Redaktion vorliegende Satzungsentwurf regelt lediglich die Art und Weise, wie der Zweckverband verwaltungstechnisch arbeiten soll. Die spannenden schulischen Fragen nach Unterrichtsorten und Kursen sollen erst später verhandelt werden. Die neue Zweckverbandsschule erhält demnach Teilstandorte in Finnentrop und in Werdohl, die Zusammenarbeit soll für fünf Jahre vereinbart werden. Ob Werdohl oder Finnentrop Sitz des Schulträgers der neuen Schule wird, ist offen. Ebenso gibt es keinen Namensvorschlag. 

Der Entwurf der Satzung für die Zweckverbands-Schule soll lediglich Diskussionsbasis für weitere Verhandlungen zwischen beiden Städten sein. Beschlossen wird die neue Schule damit noch nicht. 

Es soll jetzt schnell gehen mit der Zusammenlegung beider Schulen, damit die Eltern bei den Anmeldungen für das neue Schuljahr 2019/2020 Klarheit haben. Diese Ansicht vertritt jedenfalls Bürgermeisterin Silvia Voßloh. 

Tatsache ist seit Jahren, dass beide Schulen aus eigener Kraft nicht weiter überleben können. In Werdohl fehlt schon seit mehreren Schuljahren eine vierte Eingangsklasse, die zwingend für den Betrieb einer Gesamtschule in Nordrhein-Westfalen vorgeschrieben ist. In Finnentrop hatte die Bezirksregierung die Bildung einer Gesamtschule genehmigt, obwohl in der Nähe von Finnentrop mehrere Gymnasien etabliert sind und gern Finnentroper Schüler aufnehmen. Nach einem zunächst guten Start der Sekundarstufe I in Finnentrop sollte nach diesem Sommer erstmals die Oberstufe in Finnentrop starten. 

Die Bezirksregierung hatte sogar eine Ausnahmegenehmigung für den Start mit sehr wenigen Schülern erteilt. Verunsichert zogen Finnentroper Eltern die Anmeldungen ihrer Kinder zurück, so dass es dieses Jahr in gar keiner Weise für eine Oberstufe reichte. Mittlerweile ist auch in Finnentrop der Bereich der Eingangsklassen eingebrochen. Im laufenden Schuljahr gab es 167 Jungen und Mädchen in den vierten Klassen, bis 2023/24 sinkt die Zahl auf 145 Kinder.

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