Gesamtschüler-Praktika: „Schade, dass es vorbei ist“

Karsten Reimann, kaufmännischer Leiter der Raja-Lovejoy GmbH, und Lehrerin Birgit Schmidt werfen einen Blick über die Schulter von Svea Niggemann.

WERDOHL ▪ Um einen Einblick in die Berufswelt zu bekommen, leisten momentan 121 Schüler des Jahrgangs neun der Albert-Einstein-Gesamtschule ein zweiwöchiges Praktikum in Betrieben in und um Werdohl ab.

Die Schüler seien auf etwa 100 Betriebe verteilt, so Birgit Schmidt, Lehrerin für Studien- und Berufsorientierung. Fast alle seien in Betrieben in der Region untergekommen. Nur zwei seien weiter weg gelandet – in Unna und Süddeutschland.

Bei der Wahl des Praktikums gäbe es immer noch die typischen „Dauerrenner“. Mädchen, so Schmidt, gingen gerne in den erziehrischen Bereich, während bei Jungs nach wie vor metallverarbeitende und technische Berufe gefragter seien.

Svea Niggemann (14) suchte sich die Raja-Lovejoy GmbH als Praktikumsstelle aus; auch weil ihre Mutter Kerstin seit Jahren dort arbeitet. Sie interessiert sich für den Beruf der Industriekauffrau und kann sich eine Ausbildung in diesem Bereich gut vorstellen. Karsten Reimann, kaufmännischer Leiter der Firma, wies darauf hin, dass die Ausbildung sehr abwechslungsreich sei. Die Azubis beschränkten sich nicht nur auf ein Gebiet, sondern würden alles einmal kennenlernen. Noch dazu bestünde die Möglichkeit, im Zuge der Ausbildung die amerikanische Mutterfirma zu besuchen.

Svea sagte, sie sei sehr zufrieden mit ihrem Praktikum. Momentan arbeitet sie im Export, war aber auch schon in der Buchhaltung, im Einkauf und im Versand. So abwechslungsreich habe sie es sich aber nicht vorgestellt.

Anna-Lena Höft (15) dagegen absolviert ihr Praktikum bei der Württembergischen Versicherung in der Agentur von Michael Berger. Ihr Praktikum sei „total interessant“, und sie wisse jetzt , dass dies der richtige Beruf für sie ist. Für die Ausbildung brauche sie eine gute mittlere Reife, „auch wenn das Abitur nicht schaden kann“. Die Ausbildung sei interessant, aber auch lernintensiv, da neben Versicherunsprodukten auch Staatsrecht gelernt werden müsste, sagte Michael Berger.

Höft arbeite seit dem ersten Tag selbstständig. Die Schülerin erstellte bereits Angebote, beschäftigte sich mit der Gestaltung von Werbung und überprüfte für einen Kunden Fahrzeugdaten. Die Arbeit gefalle ihr besser als die Schule. „Eigentlich ist es schade, dass es fast schon wieder vorbei ist“, meinte sie.

Stefanie Gerdes

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das Login-Formular anmelden.
Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare