Gericht reduziert Strafe für Dealer aus Werdohl

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Werdohl - Ja, er habe ein Jahr lang zwei bis vier Mal pro Monat zwischen einem und zehn Gramm Amphetamine, also illegale giftige Aufputschmittel, gekauft, sagte ein Konsument der Droge im Amtsgericht Altena aus, bevor er wegen dieser Ankäufe verurteilt wurde. Er nannte auch einen Namen, was in dieser Szene eher ungewöhnlich ist.

Der Verkäufer der Amphetamine, ein 33-jähriger Mann aus Werdohl wurde daraufhin wegen unerlaubten Handeltreibens mit Betäubungsmitteln in 52 Fällen zu einer Geldstrafe von 90 Tagessätzen verurteilt. Auch in diesem Fall gelte der Rechtsgrundsatz „Im Zweifel für den Angeklagten“ trug Rechtsanwalt Carsten Hoffmann vor und stieß damit im Oberlandesgericht Hamm (OLG) in einem Revisionsverfahren auf offene Ohren. 

Oberlandesgericht hebt Urteil auf

Das OLG hob das Urteil des Amtsgerichts Altena auf. Denn der Zeuge hatte ja ausgesagt, dass er zwei bis vier Mal im Monat gekauft hatte. Das ergibt im Minimum 24 und nicht 52 Drogenkäufe – alles andere ist Spekulation. 

Daraufhin musste im Amtsgericht Altena nun erneut gegen den Verkäufer der Ware verhandelt werden. Er gestand die 24 Verkäufe, so dass das Fehlen seines Dauer-Kunden als Zeuge zu verschmerzen war. Das neuerliche Urteil legte den unteren Rand dessen zugrunde, was der säumige Zeuge bei der Polizei ausgesagt hatte: Es ging von nur noch 24 Verkäufen von je einem Gramm aus. 

80 Tagessätze zu je 15 Euro

Richter Benjamin Ammon verurteilte den Angeklagten zu einer Geldstrafe von 80 Tagessätzen zu je 15 Euro. Miteinbezogen wurde eine kleinere Strafe, die der Angeklagte in dem vorausgegangenen Verfahren wegen des Besitzes von Betäubungsmitteln kassiert hatte. 

Wegen des Fehlens des Zeugen hätte ohne das Geständnis des Angeklagten ein neuer Gerichtstermin anberaumt werden müssen. Auch zwei Polizeibeamte hätten dann erneut ins Amtsgericht kommen müssen. Das hielt der Richter dem Angeklagten bei der Festlegung des Strafmaßes zugute.

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