Streit um den Versetaler Hähnchengrill ist entschieden

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Einem neuen Hähnchenspektakel im Versetal steht jetzt eigentlich nichts mehr entgegen.

Werdohl - Der lange schwelende Hähnchengrillstreit im Versetal ist gerichtlich entschieden: Uwe Bettelhäuser, ehemaliger Zugführer des Versetaler Schützenvereins, muss den in einem Container verschlossenen Riesengrill mitsamt den dazugehörigen Spießen, Hähnchensteckern und weiterem Zubehör an den Verein zurückgeben. Der Beklagte muss nun auch die Kosten für den Rechtsstreit tragen.

Mit diesem Urteil endete am Mittwoch im Amtsgericht Altena eine monatelange Auseinandersetzung, in der der Vereinsvorsitzende Frank Herber und der Geschäftsführer Jürgen Wehlus die Interessen des Vereins vertraten.

Auf der Beklagtenseite saß Uwe Bettelhäuser, der den Schlüssel zu dem Container mit dem Grill nicht herausrücken wollte. Er machte seinerseits Eigentumsrechte an dem Grill geltend.

Eigentumsrechte beim Schützenverein

Richter Felix Langerbein kam nach Prüfung der Angelegenheit und der Vernehmung von Zeugen allerdings zu dem Ergebnis, dass die Eigentumsrechte an dem Grill vor Jahren vom Männergesangverein „Schwarze Ahe“ rechtmäßig auf den Schützenverein übergegangen waren – auch wenn dieser sich das Geld für den Erwerb des Grills hatte leihen müssen.

GbR kam erst später ins Spiel

Die von Uwe Bettelhäuser und der Kreditgeberin durch die Eröffnung eines gemeinsamen Kontos begründete Gesellschaft bürgerlichen Rechts (GbR) kam erst später ins Spiel. Es gibt für das Gericht offenbar keinen Grund zu der Annahme, dass die im Rahmen der Aktivitäten des Vereins gegründete GbR eigene Eigentumsrechte an dem Grill erwarb.

Kreditgeberin erhielt Geld zurück

Die Kreditgeberin hatte unmissverständlich deutlich gemacht, dass sie dem Schützenverein einen Kredit zum Erwerb des Grills gegeben hatte, um den Ankauf zu ermöglichen. Von eigenen Eigentumsansprüchen war nicht die Rede. Sie bekam ihr Geld aus den Erträgen zurück, die der Verein nach und nach mit seinen so genannten Hähnchenspektakeln erwirtschaftet hatte.

Nächstes Hähnchenspektakel kann kommen

Wie oft das Gerät zum Einsatz kommen wird, ist offen. Denn die Kläger machten im Verlauf der Verhandlungen ziemlich unmissverständlich klar, dass sie wenig Wert auf Konkurrenz durch andere Nutzer des Grills legen. Es wird also möglicherweise dabei bleiben, dass der Grill im Jahreslauf nur recht sparsam zum Einsatz kommt. Die Werdohler können sich aber vorerst wohl unbeschwert auf das nächste Hähnchenspektakel freuen.

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