Gerangel vor Café

WERDOHL ▪ Als der Angeklagte selbst zum Opfer geworden sein soll, soll er seine Peiniger mit einer Schusswaffe bedroht haben. So zumindest lautete der Vorwurf, dem sich der 33-jährige Werdohler gestern Vormittag am Amtsgericht in Altena stellen musste. Er soll in der Nacht auf den 24. August dieses Jahres bei einem Streit mit seiner Ehefrau von drei Männern zusammengeschlagen worden sein.

Sein Verhalten wurde im Prozess gegen die drei Männer, die mittlerweile vom Tatvorwurf der Körperverletzung freigesprochen wurden, als aggressiv und „besoffen“ charakterisiert. Als Vorgeschichte der Tat soll es vor einem türkischen Café in Werdohl im August zum heftigen Streit der Eheleute gekommen sein. Die drei Passanten sollen eingegriffen haben und hätten dabei den 33-Jährigen so schwer verletzt, dass er ins Krankenhaus eingeliefert werden musste. Am Mittag des Tattages schlug der 33-Jährige erneut in Begleitung seines Bruders vor dem Café auf und wollte unbedingt herausfinden, wer ihn verprügelt hatte. Dabei sollen er und sein Bruder mit einem Messer und einer Gasdruckpistole bewaffnet gewesen sein. Aus diesem Grund saß jetzt das vermeintliche Opfer einer Schlägerei auf der Anklagebank. Der 33-jährige Werdohler musste sich gestern am Amtsgericht in Altena wegen dieses unerlaubten Waffenbesitzes und Bedrohung vor Richter Dirk Reckschmidt rechtfertigen. Er gab auch durchaus zu, an dem Tag ein zweites Mal beim Café aufgetaucht zu sein und räumte auch ein Gerangel ein, an dem vor allem sein Bruder beteiligt gewesen sein soll. Doch weder habe er seine Gegner mit einer Pistole bedroht, noch hätte sein Bruder ein Messer dabei gehabt. Das Verfahren gegen den Bruder, der wegen einer Vergewaltigung zu sechs Jahren und sechs Monaten verurteilt wurde, ist mittlerweile eingestellt worden.

Und auch das Verfahren gegen den Werdohler endete gestern mit einer vorläufigen Einstellung. Als Auflage muss der 33-Jährige jetzt noch 1000 Euro an die Justizkasse überweisen. ▪ gran

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