Praxisräume in der Stadtklinik

Gerade noch eine Lösung gefunden: Hautarzt bleibt Werdohl erhalten

Dr. Friedemann Enders bietet mit der Arzthelferin Susanne Späinghaus an den Vormittagen eine dermatologische Sprechstunde in der Werdohler Stadtklinik an – übergangsweise in den privatärztlichen Räumen von Chefarzt Dr. Pittlik. Deshalb hängt auch eine Informationstafel „Das Sprunggelenk“ im Behandlungszimmer.
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Dr. Friedemann Enders bietet mit der Arzthelferin Susanne Späinghaus an den Vormittagen eine dermatologische Sprechstunde in der Werdohler Stadtklinik an – übergangsweise in den privatärztlichen Räumen von Chefarzt Dr. Pittlik. Deshalb hängt auch eine Informationstafel „Das Sprunggelenk“ im Behandlungszimmer.

Ein gewaltiger organisatorischer und behördlicher Aufwand war nötig, um den Kassensitz für eine Hautarztpraxis in Werdohl zu erhalten.

Nur dem Engagement des Ruheständlers Dr. Friedemann Enders ist es zu verdanken, dass ab 11. Oktober wieder Patienten eine dermatologische Untersuchung und Behandlung in Wohnortnähe in Anspruch nehmen können. Dr. Enders praktiziert vorübergehend in den privaten Behandlungsräumen von Chefarzt Dr. Pittlik an der Stadtklinik. Patienten können ab Montag Termine ausmachen.

Der Werdohler Mediziner Dr. Friedemann Enders hatte seine Praxis mitten in der Stadt am Friedrich-Keßler-Platz am 29. Oktober 2020 aus Altersgründen aufgegeben. Im März 2021 wurde er 65 Jahre alt. Dr. Enders wollte ganz normal in den Ruhestand wechseln. Doch alle Pläne, eventuell durch Nachfolger weiter eine Hautarztpraxis in Werdohl zu erhalten, funktionierten nicht. Weil es für das Gebiet des ganzen Märkischen Kreises keine Unterversorgung mit Hautarztpraxen gibt, drohte der kassenärztliche Sitz für Werdohl verloren zu gehen.

Dr. Enders findet keinen Nachfolger

Dr. Enders hatte bis dahin alles versucht, den Sitz für seine zahlreichen Patienten vor allem in Werdohl, Neuenrade und Altena zu erhalten. Es gab zwar Kontakte zu interessierten Hautärzten, doch letztlich fand sich niemand, der eine Praxis in Werdohl gründen wollte. Die ehemaligen Praxisräume von Dr. Enders waren zwischenzeitlich an Hausarzt Dr. Riege vermietet worden.

Dr. Fallenski und Märkische Kliniken betreiben gemeinsam ein MVZ

Die Märkische Radioonkologische Versor-gungszentren GmbH ist eine Kooperation zwischen der Märkische Kliniken GmbH, der Radiologischen Gemeinschaftspraxis Dr. Fallenski & Partner an der Overbergstraße in Lüdenscheid und der Pneumologischen Praxis am Sternplatz in Lüdenscheid. Die Bestrahlungen finden im Klinikum Lüdenscheid statt.

Dieses Medizinische Versorgungszentrum (MVZ) heißt hier MRV. Fachärzte der Kliniken arbeiten mit den niedergelassenen Ärzten zusammen, Patienten können die ärztlichen Leistungen ohne Überweisung ins Klinikum in Anspruch nehmen. Wirtschaftliche Vorteile ergeben sich für alle Seiten, ganz besonders in der Nutzung von Großgeräten.

Solche Kooperation in Form eines MVZ sind seit Jahren üblich, dass eine Kommune wie Neuenrade ein MVZ betreibt, ist allerdings noch ein Sonderfall.

Das MRV arbeitet bislang in den Disziplinen Strahlentherapie, Nuklearmedizin, Gastroenterologie und Pneumologie. Seit Oktober gehört auch die medizinische Disziplin Dermatologie dazu. Die Hautarztpraxis in der Werdohler Stadtklinik wird durch das MRV betrieben, Partner beim Klinikum ist die Hautklinik mit Direktorin Dr. Dorothee Dill.

Die rettende Idee kam schließlich aus Lüdenscheid. Die Direktorin der Hautklinik am Klinikum Lüdenscheid, Dr. Dorothee Dill, stellte eine Brücke zum bereits bestehenden medizinischen Versorgungszentrum MRV her. Die Dermatologie soll die fünfte medizinische Disziplin sein. Die Leitung der Märkischen Kliniken ließ sich darauf ein und plante alles größer: In der obersten Etage der Werdohler Stadtklinik soll die Hautarztpraxis entstehen, erst sollte Dr. Enders dort starten und später neue Ärzte die Praxis übernehmen. Doch dann kam das Unwetter im Juli, es regnete durch das Dach in die Stadtklinik.

Räume stehen noch nicht zur Verfügung

Noch ungefähr sechs Monate werden gebraucht, um den Dachschaden zu reparieren und die Praxisräume herzurichten. Doch soviel Zeit war nicht mehr für den Erhalt des kassenärztlichen Sitzes. Dr. Enders: „Wenn wir nicht Anfang Oktober hier gestartet wären, wäre der Sitz für Werdohl auf ewig verloren gewesen.“

Als Retter in der Not sprang der ärztliche Direktor Dr. Pittlik ein. Pittlik betreibt als Chefarzt in der Werdohler Klinik auch eine private Sprechstunde, dazu nutzt er ab dem Nachmittag zwei kleine Behandlungsräume. Pittlik stellte Enders kurzerhand diese Räume an allen Vormittagen für die Hautarztpraxis zur Verfügung. Daraus ergeben sich auch die eingeschränkten Öffnungszeiten der neuen Praxis.

Dr. Friedemann Enders bedankte sich ausdrücklich bei Bürgermeister Andreas Späinghaus für dessen Einsatz und Hilfestellung, eine Hautarztpraxis in Werdohl zu erhalten. Späinghaus hatte zuvor im Namen der Stadt ein Präsent an Dr. Enders überreicht.

Dr. Enders ist nur eine Übergangslösung

Auch das Personal für die neue Praxis fand sich aufgrund von Gesprächen: Susanne Späinghaus arbeitet schon seit Jahren als Arzthelferin in der Ambulanz an der Stadtklinik und wollte gerne von ihren Wochenenddiensten loskommen. Späinghaus wechselte den Arbeitgeber, ist jetzt beim MRV angestellt, unterstützt den Arzt und macht die Termine aus.

Dr. Enders stellte klar, dass er nur für eine Übergangslösung von vielleicht einem halben Jahr zur Verfügung stehe. Voraussichtlich ab März 2022 werde die Praxis in der Stadtklinik von anderen Ärzten geführt.

Öffnungszeiten: Montag, Dienstag, Donnerstag von 8 bis 13 Uhr, Mittwoch und Freitag von 8 bis 12 Uhr. Die Praxis ist unter Tel. 02392/9639761 zu erreichen.

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