Geprügelt und randaliert

WERDOHL ▪ Egal, wo die beiden Freunde in Werdohl auftauchten, es gab postwendend Ärger. Am Dienstag mussten sich ein 25-Jähriger und sein 26-jähriger Freund vor dem Amtsgericht in Altena verantworten. Gleich eine ganze Reihe von Straftaten wurde den beiden Werdohlern zur Last gelegt.

Die Anklageschrift beinhaltete eine lange Liste von Straftaten. Unter anderem wurde den beiden jungen Männern vorgeworfen, mal gemeinsam, mal im Alleingang, Polizeibeamte beleidigt, Passanten verprügelt oder in Gaststätten randaliert zu haben.

Um zu klären, was sich überhaupt abgespielt haben soll, musste das Gericht die Anklagepunkte mühselig auseinanderklamüsern und eine Art Chronik der Taten erstellen.

Insgesamt 21 Zeugen hatte das Gericht am Dienstag für das Verfahren geladen, das sich bis in die späten Nachmittagsstunden hinzog.

Schaufenster mutwillig zertrümmert

Zunächst ging es um einen gemeinsamen Auftritt des Duos am 10. Juli 2011 in Werdohl. Wieder einmal zogen die beiden Freunde durch die Stadt. Zwischen 3. 40 Uhr und 5 Uhr soll der 25-jährige Mann die Scheibe einer Bankfiliale mutwillig zertrümmert haben. Kurz darauf erschien die Polizei, der der Angeklagte eine Verletzung vorgetäuscht haben soll. Als die Beamten ihm helfen wollten, sei der junge Mann in Richtung Lenne geflohen. Unterdessen habe die Polizei dem 26-Jährigen einen Platzverweis erteilt und diesen angewiesen, den Schauplatz unverzüglich zu verlassen. Doch der habe sich heftig gewehrt. Er soll einen Polizeibeamten auf den Arm geschlagen und versucht haben, ihn zu schubsen. Als die Polizisten ihn in den Streifenwagen bringen wollten, soll er das Bein aus der Autotür gehalten haben, um zu verhindern, dass die Beamten ihn mitnehmen.

Polizisten

wüst beschimpft

Währenddessen habe der 25-jährige Angeklagte seine Flucht in Richtung Fluss fortgesetzt. Plötzlich sei er hingefallen und ins Flussbett gerutscht. Erneut soll er eine Fußverletzung vorgetäuscht haben, als die Polizisten ihn ergreifen wollten. Dann sei er unvermittelt aufgesprungen und habe die Beamten in obszöner Weise beschimpft.

Es dauerte nicht lange, bis der 25-Jährige wieder auffällig wurde. Im August 2011 soll er in zwei Gaststätten randaliert und sich eine Schlägerei mit Gästen geliefert haben. Und wieder folgten wüste und äußerst obszöne Beleidigungen und Beschimpfungen gegen Gäste und Polizeibeamte.

Am 22. September des Vorjahres soll er einen Mann vor dessen Haustür angegriffen und so heftig geschlagen und getreten haben, so dass dieser sein Hörgerät verlor.

Dem 26-Jährigen wurde vorgeworfen, ein Taxi auf offener Straße attackiert zu haben. Er soll die Beifahrertür aufgerissen und eine Frau an den Haaren aus dem Fahrzeug gezerrt haben. Auch soll er sie heftig geschlagen und ihren Ehemann getreten haben. Vermutlich aus Wut über die Anzeige habe er die Frau von November 2010 bis März 2011 verfolgt, am Telefon bedroht und gegenüber der Polizei falsche Verdächtigungen geäußert, bis er im März offensichtlich ein neues Betätigungsfeld fand und am Hagener Hauptbahnhof randalierte. Auch dort soll er Polizisten aufs Übelste beschimpft und unter anderem als „Scheißbullen“ bezeichnet haben.

Mit den Vorwürfen konfrontiert, spielten die beiden Angeklagten die Ereignisse bei der Verhandlung am Dienstag herunter oder bestritten die Vorwürfe, mit denen sie konfrontiert wurden. Insgesamt räumten sie nur kleine Bruchstücke ein oder beriefen sich auf große Erinnerungslücken. Da einige Zeugen verhindert oder trotz ordnungsgemäßer Ladung nicht in Altena erschienen waren, vertagte Richter Reckschmidt die Verhandlung auf den 3. Mai und einen weiteren Termin. ▪ pp

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das Login-Formular anmelden.


Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.

Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare